Ilsenburgs Tourismus GmbH sowie der Fremdenverkehrsverein luden gemeinsam in die Domänenscheune des Drübecker Klosters ein. An dieser Stelle war diese Jahres- und zugleich Vermieterversammlung eine Premiere. Knapp 70 Gäste, darunter zahlreiche aus den beiden Ortsteilen, folgten der Einladung.

Drübeck. Laut jüngster Hochrechnung des Staatlichen Landesamtes für Statistik kam Ilsenburg 2010 auf 7,1 Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. Für den Chef der Tourismus GmbH, Frank M. Glitsch, eine durchaus erfreuliche Entwicklung. Im Detail sieht er aber dennoch erhebliche Reserven.

So entspräche die Präsentation der Vermieter ihrer Objekte über das Internet längst noch nicht überall zeitgemäßen Standards. Er merkte allerdings auch an: "Wir haben keineswegs zu wenig Übernachtungsmöglichkeiten zwischen Darlingerode und Ilsenburg. Wir reden über das, was wir haben, viel zu wenig." Das "Hatix-Ticket" mit seinen zahlreichen Angeboten für Urlauber sei dafür nur ein exemplarisches Beispiel. Es gäbe aber durchaus noch weitere wie die kostenlose Schwimmbadnutzung in Darlingerode und Ilsenburg.

Glitsch ermunterte ein weiteres Mal ausdrücklich jeden Vermieter dazu, sich eine eigene Homepage zuzulegen. Diesbezüglich, einschließlich der dazugehörigen Fotos, gäbe es auf Nachfrage Hilfestellungen seitens der Tourismus GmbH.

Kritisch merkte Glitsch auch die Qualität mancher Aufnahmen von Gästezimmern- oder -häusern an. Hierbei gehe es um Klasse und nicht, wie oft zu beobachten, um Masse. Auch würden zu viele Details der Inneneinrichtung eher störend wirken. Auch bei der Erstellung der Fotos würde er kostenlose Hilfe anbieten.

Bei dieser Gelegenheit informierte Glitsch auch über die um Monate verzögerte Anerkennung Drübecks als "Staatlich anerkannter Erholungsort". Statt im April/Mai 2011 wird sich der Ort noch bis zum Jahresanfang 2012 gedulden müssen.

Bezüglich der Höhe der Kurtaxe liege Ilsenburg im bun- desweiten Vergleich im unteren Drittel. Da diese überall verlangt werde, müsse man darauf nicht extra verweisen. Im übrigen wunderte sich Glitsch über manche extrem niedrigen Preise: "Also das muss man mir erstmal zeigen, wie man einen Gast für 20 Euro übernachten lassen kann. Heben Sie ruhig die Preise um fünf oder zehn Euro an." Zudem kündigte er an, dass aufgrund gefallener Druckkosten das neue Gastgeberverzeichnis Ilsenburgs keinesfalls teurer werde.

Dem Harz sagte Glitsch für die nächsten 20 Jahre im Einzugsbereich von Hamburg, Bremen oder Magdeburg ein gewaltiges Potential voraus. Die Leute würden nach dem dritten Urlaub in der Türkei, Ägypten oder Tunesien gerade vor dem Hintergrund der weltweiten extremistischen Anschläge immer weniger gern zu Fernreisen aufbrechen oder längere Strecken mit dem Auto fahren.

Bei dieser Gelegenheit informierte der Vorsitzende des Ilsenburger Fremdenverkehrsvereins, Hans-Georg Fischer, über kulturelle Vorhaben des laufenden Jahres. Danach ist geplant, das aus Kostengründen nicht mehr stattgefundene "Ilsefest" in einer deutlich abgespeckten Variante eventuell noch in diesem Jahr wieder aufleben zu lassen.

Zudem soll es wegen des Ausscheidens der "Prinzess Ilse" in diesem Jahr eine Miss-Wahl geben (wir berichteten). Alle Damen, die diese Funktion in den letzten Jahrzehnten bekleideten, sollen zum 20. Jubiläum des Fremdenverkehrsvereins am 23. September eingeladen werden. Die Idee eines "märchenhaften Ostermontags" wurde verworfen.

Der Verein plant, eine konzertierte Aktion gemeinsam mit anderen Vereinen am Ostersonnabend oder -sonntag. Gedacht ist an einen gemeinsamen Osterspaziergang und an ein anschließendes Eiersuchen für die Kinder im Kloster Ilsenburg.

 

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