Die Nahverkehrgesellschaft Sachsen-Anhalt will im Auftrag der Landesregierung Bus- und Bahnfahren attraktiver werden lassen. Das gilt auch für die Fahrzeuge der Harzer Verkehrsbetriebe. Für den ersten Linienbus des Unternehmens übergab jetzt Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre moderne Technik.

Wernigerode/Magdeburg (pwr/ru). Moderne Technik hält Einzug in die Busse in Sachsen-Anhalt. Es handelt sich konkret um Fahrscheindrucker mit Bordrechnern und Satellitenortung, die mit GPS-Hilfe ihren aktuellen Standort an die Zentrale melden.

"Schaffen einheitliches System im Land"

850 dieser neuen Drucker erwirbt die Nahverkehrsservicegesellschaft Sachsen-Anhalt (NASA) im Landesauftrag, um sie an Busunternehmen zu vermieten. Hinzu kommen 100 mobile Rechner mit Verkaufsfunktion für Kleinbusse und Taxen. Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre: "Damit schaffen wir die Möglichkeit, landesweit ein einheitliches System aufzubauen – unabhängig von Kreisgrenzen und Zuständigkeiten. Unsere Partner sind die Verkehrsunternehmen; wir wollen aber auch die Kreise einbeziehen."

Die Daten werden automatisch in die aktuelle Fahrgastinformation und in die Betriebszentralen der Busunternehmen eingespeist. Daehre: "Wir fahren damit weiter den Kurs zur Modernisierung des Nahverkehrs, um Bahn- und Busfahren attraktiver zu gestalten und neue Kunden zu gewinnen."

Mit der neuen Technik ausgestattet werden vor allem Busunternehmen im Harz, im Süden des Landes und im Altmarkkreis Salzwedel. Die Unternehmen im Verbund "Marego" um Magdeburg seien bereits ausgerüstet.

Was ist neu? Dazu teilte das Verkehrsministerium in seinem Presseschreiben mit, dass die Reisenden mit der neuen Technik die aktuellen Fahrzeiten an modernen Anzeigen ablesen können. Die ersten elektronischen Anzeigetafeln seien bereits an großen und kleinen Haltestellen installiert worden. Verarbeitet werden die Daten dann beim Informationssystem Nahverkehr Sachsen-Anhalt, kurz "INSA" genannt. Diese Landesauskunft wird von der NASA betrieben.

"Vermietermodell dürfte bislang einmalig sein"

Das Land Sachsen-Anhalt ist mit dem Projekt bundesweit einer der Vorreiter; ähnliche Pläne gibt es in Bayern, im Saarland sowie in Schleswig-Holstein. Das Vermietmodell dürfte bislang einmalig sein. Der Kauf der Geräte kostet knapp 5,8 Millionen Euro, etwa 1,2 Millionen Euro weniger als veranschlagt. Laut Daehre werde damit nach europaweiter Ausschreibung, an der sich zehn Bieter beteiligt haben, die Firma "Atron electronic" aus Bayern beauftragt

Der Verkehrsminister selbst übergab jüngst symbolisch den ersten Drucker der neuen Generation an die Harzer Verkehrsbetriebe. Mit der Auslieferung und Installation der anderen Geräte wird im vierten Quartal 2011 begonnen. Die Umrüstung der Busse soll bis 2015 abgeschlossen werden.