Reddeber (jmü). Befürchtungen, durch die Versiegelung von Flächen im künftigen Industrie- und Gewerbegebiet "am smatvelde" würde unverhältnismäßig viel Regenwasser in den Barrenbach geleitet, konnte Wernigerodes Planungsamtsleiter Hans-Dieter Nadler zur Sitzung des Ortschaftsrates in Reddeber zerstreuen. Anhand der Planungsunterlagen erläuterte er den besorgten Ratsmitgliedern, dass im Zuge der Erschließungsarbeiten Regenwasserkanäle von 30 bis 130 Zentimetern Durchmesser verlegt würden. Hinzu kämen "relativ große Rückhaltebecken", so Nadler, mit denen das natürliche Gefälle des Baugebiets ausgenutzt werde. "Das Wasser wird schließlich nur an einem Punkt vor der B6 in die Holtemme geleitet", erklärte der Stadtplaner. "Der Stand ist, dass nicht ein Tropfen in den Barrenbach geleitet wird."

Zuvor hatte Bernd Rettmer befürchtet, dass Anwohner des Barrenbachs in der Ortslage von Reddeber wieder von Überschwemmungen bedroht werden könnten – wie einst vor dem Bau der B6. "Es ist schon wichtig zu wissen, dass wir durch das Regenwasser nichts zu befürchten haben", dankte Bürgermeister Rainer Oppermann dem Amtsleiter.

Laut Nadler sei es auch nicht vorgesehen, in Reddeber Baustraßen anzulegen. Die Arbeiten würden ausschließlich von Wernigeröder Seite erfolgen, erklärte er.

Ein ganz anderes Problem sieht André Steinecke, sollte das Industrie- und Gewerbegebiet eines Tages voll belegt sein. "Uns wurde schon vor dem Bau der B6 erklärt, dass es zu keiner unzulässigen Lärmbelästigung kommen wird. Doch der Lärmpegel ist derart hoch, dass es eine Beeinträchtigung unserer Lebensqualität darstellt", so das Ratsmitglied. Er befürchtet durch mehr Industrieansiedlungen auch höhere Lärmbeeinträchtigungen – zumal der Wind meist aus westlicher Richtung genau in Richtung Reddeber wehe. "Schade, dass nicht mehr Bürger da sind, wenn es um solche wichtigen Dinge geht", bedauerte Steinecke. Denn zur Ratssitzung im Feuerwehrraum war nur ein interessierter Beobachter erschienen.

Einmal mehr wurde das Thema "wildes Parken" ange- sprochen. Die Ortschaftsräte sprachen sich einhellig dafür aus, das Wernigerodes Politessen stärker kontrollieren und Verstöße ahnden sollten – vor allem an Dorfstraße, am Krugberg und am Wendehammer.