Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren wurde das Jugendwaldheim "Lindenberg" ins Leben gerufen. Seither hat sich einiges vor den Toren Blankenburgs entwickelt. Das Jugendwaldheim zieht unter anderem eine positive Bilanz in Sachen Umweltbildung.

Blankenburg. Wolfgang Braun eröffnete 1991 als damaliger Innenminister und Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Sachsen-Anhalt das Jugendwaldheim in der Oesig und übergab es in gute Hände. Helmut Freye, erster Jugendwaldheimleiter, hatte es gar nicht so leicht. Erst im Februar 1991 waren die Umbauarbeiten abgeschlossen worden. "Doch damit war nicht automatisch der Betrieb gesichert", erinnert sich Helmut Freye. "Wo bekommen wir auf die Schnelle noch Tische und Stühle her? Wie kann das eine oder andere noch gestaltet werden?", waren die dringendsten Fragen.

Pädagogen von einer guten Sache zu überzeugen, war dann schon fast das Schwierigste, konnten sie doch die Einrichtung als Geschenk für den außerschulischen Lernstandort betrachten. Jedoch wurde das Jugendwaldheim sehr schnell von Schulen aus Sachsen-Anhalt, aber auch angrenzenden Bundesländern angenommen. Vorrangig werden ihnen dort Wochenprogramme zum Thema Wald und Natur (inklusive Übernachtung, Vollverpflegung und praktischen Arbeiten im Wald) als Jugendwaldeinsätze angeboten.

Die Schüler werden damals wie heute von ausgebildeten Forstwirten betreut. Die Mitarbeiter haben im Laufe der Zeit gewechselt, aber die Inhalte eines Jugendwaldeinsatzes sind geblieben.

Praktische Einsätze

Jugendwaldeinsätze richten sich an Jugendliche ab der Klassenstufe 8 oder einem Mindestalter von 14 Jahren. Unmittelbar vor Ort, auf der Waldfläche, erfahren die Schüler während ihrer praktischen Einsätze zum Beispiel etwas zur Forstgeschichte, zu den Funktionen des Waldes, zum Netzwerk Wald, zum Berufsbild des Forstwirtes, zu regionalen Besonderheiten und zur Jagd.

Die Schüler werden mit leichten, ihren körperlichen Fähigkeiten entsprechenden, Arbeiten beschäftigt, hauptsächlich im Bereich Waldpflege, Forstschutz und Naturschutz. Sie erfahren dabei, dass der Wald ein wichtiger Arbeitsort ist und viele Berufe unmittelbar mit dem Rohstoff Holz zu tun haben. Dass er Lebensgrundlage jeglichen Lebens ist.

14000 Jugendliche haben seit der Eröffnung in der Einrichtung gewohnt, lehrreiche Stunden in der Natur verbracht und dabei auch sich selbst oft von einer ganz neuen Seite kennengelernt, Freunde gefunden.

Das größte Bauprojekt seit Bestehen des Jugendwaldheimes wurde 2004 in Angriff genommen. Damit erhielt es nicht nur äußerlich ein neues Gesicht, sondern es gab auch eine Verjüngungskur im Gebäude.

So wurden sämtliche Leitungen, ob Wasser, Elektrik oder Heizung neu verlegt. Die Sanitärräume wurden neu installiert. Speise- und Klubraum parallel mit renoviert sowie die Aufenthaltsräume der Schüler neu angeordnet. Die Mitarbeiter erhielten einen separaten Personalraum.

Eine Glanzleistung vollbrachte man innerhalb von einem halben Jahr. Bereits am 28. Juni übergab die damalige Ministerin Petra Wernicke das neue Haus an die Belegschaft des Jugendwaldheimes. Ihr Dank galt auch allen Mitarbeitern des Jugendwaldheimes, ohne deren Mithilfe der Umbau nicht möglich gewesen wäre.

Sport und Bäume

Lange lag auch eine große Wiese vor dem Jugendwaldheim brach. Sie wurde früher zur Heuernte genutzt. 50 verschiedene Baum- und Heckenpflanzen sowie die Anlage eines Fußballfeldes und Volleyballplatzes haben das Gelände im Laufe der Jahre in eine Lehr- und Erholungsstätte verwandelt.

Bilder