Die Derenburger Heimatstube möchte aus den feuchten und muffigen Kellerräumen der Schwaneckschen Villa in den ehemaligen Hort umziehen. Die Heimatfreunde bieten selbst tatkräftige Unterstützung an, hoffen aber auch auf kommunale Förderung.

Derenburg (jmü). Die Derenburger Ortschronisten sind wahre Kellerkinder. Seit mehr als 20 Jahren sind sie in den Kellerräumen der Schwaneckschen Villa an der Obermauerstraße untergebracht. Die sind feucht und muffig, in einigen Wänden sind Abwasserleitungen verlegt. Der Putz an den Wänden bröckelt.

Andererseits steht in der Untermauerstraße 1 das ehemalige Hortgebäude leer. Das soll sich ändern. Die Ortschronisten sehen die Nutzung des Hortes als Heimatstube als beste Lösung für ihre Arbeit an, das tägliche Leben der Bewohner der Ackerbürgerstadt in vollkommen passender, das heißt authentischer Umgebung zu zeigen. Sie haben deshalb einen Antrag gestellt, den ehemaligen Hort nutzen zu können. Das Begehren soll am kommenden Mittwoch, 6. April, im Derenburger Ortschaftsrat behandelt werden. Günter Klatt, Mitglied des Arbeitskreises Stadtgeschichte Derenburg, lässt keine Möglichkeit aus, für das Vorhaben zu werben. So hatte er auch den SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Brachmann und den SPD-Stadtrat Dieter Böhnki eingeladen, um sich vor Ort ein Bild über die Situation zu verschaffen.

Bevor die Heimatstube in die leer stehenden Räume überhaupt einziehen kann, müssen diese nämlich erst einmal saniert werden. Klatt versicherte, dass die Ortschronisten angesichts der leeren Stadtkasse bereit sind, ihren eigenen Anteil an der Herrichtung der Heimatstube in diesem Gebäude zu leisten. Zudem habe sich ein Elektro-Installationsbüro bereit erklärt, die Elektroinstallation zu sehr günstigen Konditionen zu planen. Darüber hinaus würden der Hof und das Gebäude ebenfalls in Eigenleistung durch die Ortschronisten begrünt. Das soll dazu beitragen, die Baukosten wesentlich zu senken. Die Ermittlung der etwaigen Kosten liegt jetzt vor.

Gegenüber dem anwesenden Ortsbürgermeister Reinhard Brandt äußerte Brachmann seine Überzeugung, dass es Sinn mache, die leer stehenden Räumlichkeiten für die Heimatstube und eventuell auch für die Arbeit anderer Vereine wieder zu nutzen. Inwieweit die erforderlichen Sanierungsarbeiten über das Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" gefördert werden könnten, bedürfe noch näherer Prüfung. Er gehe davon aus, dass dieses Förderprogramm auch in der neuen Legislaturperiode fortgeschrieben werde, verwies aber auch auf die gegebenenfalls zu erbringenden Eigenanteile. Dieter Böhnki sagte seine Unterstützung zu, im Blankenburger Stadtrat für das Vorhaben zu werben. Gerade die Blankenburger hätten gezeigt, dass durch Vereine und für Vereine eine Menge bewegt werden kann. Das kann auch in Derenburg gelingen, zeigte sich Böhnki zuversichtlich.