Insgesamt 15 700 Euro kostete die Einrichtung eines zweiten Computerkabinetts an Ilsenburgs Goethe-Sekundarschule. In der letzten Woche konnten die 16 Rechnerplätze mit einer ganze Reihe von technischen Besonderheiten übergeben werden. Diese Investition in die Multimedia-Arbeitsplätze war möglich durch Geld aus einem EU-Förderprogramm und von der Kreisverwaltung Harz.

Ilsenburg. Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter. Bei der Einweihung des zweiten Computerkabinetts an Ilsenburgs Goethe-Sekundarschule in der letzten Woche war das nicht anders. Dort sparte man auch nicht mit Superlativen. Unter Ausnutzung eines "passenden" EU-Förderprogramms sowie mit handfester finanzieller Unterstützung durch ddie Kreisverwaltung Harz als Schulträger waren letztlich die 15 700 Euro zusammen gekommen.

"Im Raum gibt es nur eine Festplatte für alle"

Letzterer hat an der Gesamtsumme einen Anteil von 25 Prozent.

Die technische Umsetzung lag ein weiteres Mal in der Hand der "LINUX-Gruppe" aus Wernigerode. Und gerade Letztere betreffend, spricht Schulleiter Dr. Steffen Küchler davon, "dass das Projekt wahrscheinlich weltweit einzigartig ist!" Das sei bereits beim ersten Computerkabinett der Fall gewesen. "Aber ob das in der Form jemand zwischenzeitlich nachgebaut hat, können wir gar nicht so genau sagen", relativiert Wernigerodes LINUX-Chef Mike Ahrend die Worte des Schulleiters.

Die Einzigartigkeit resultiere allerdings nicht allein auf dem Verzicht des sonst üblichen Betriebssystems Windows. Alle 16 Rechner werden nicht nur zentral von einem Computer aus gestartet. Sie arbeiten jeweils ohne Festplatte und Lüfter und sind deswegen nicht nur lautlos, sondern auch besonders stromsparend. In dem Raum gibt es nur eine Festplatte für alle - ansonsten identischen - Rechner. Technisch sei es damit praktisch ausgeschlossen, jemals Probleme mit Computerviren zu bekommen.

Hinzu gesellt sich ein weiterer unbestreitbarer Vorteil: die verwendete freie Software kann ohne Lizenzprobleme beliebig oft kopiert werden. Deren Weitergabe an die Schüler ist deshalb völlig legal und dürfte auch in Zukunft hundertfach praktiziert werden.

"Alles andere, als eine Fehlinvestition"

Abgesehen davon, lässt sie sich den spezifischen Erfordernissen der Schule besonders gut anpassen. Eine kostenlose didaktische Oberfläche sei gleich mit integriert.

Zentrale Netzwerkspeicherplätze für Schüler, Lehrer und einzelne Benutzer mit Passwortschutz gehören zu den weiteren Vorteilen.

Die Computerarbeitsplätze werden unter anderem zur Programmierung kleinerer Roboter oder der Beteiligung am SchmaZ-Projekt der Volksstimme gebraucht. Zudem entstehen dort die Lebensläufe und Bewerbungen von den Jugendlichen der 9. Klasse. Selbst dem, ansonsten in Sachsen-Anhalt unüblichen, Informatikunterricht kommen die verbesserten Bedingungen sehr entgegen. Seit der Übergabe zählt auch der zweite Computerraum zu jenen, die an der Schule mit Abstand am häufigsten frequentiert werden. Techniklehrer Steffen Kube: "Allein das zeigt doch sehr eindrucksvoll, dass das alles andere als eine Fehlinvestition war."

Mike Ahrend räumt unumwunden ein, "mit dem Projekt gewachsen zu sein". Man habe riesige Probleme gehabt, bis es überhaupt lief. Zudem waren von dem ungewohnten Betriebssystem keineswegs alle Lehrer sofort überzeugt und begeistert. Inzwischen sei das aber grundsätzlich anders.

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