Knapp zwei Stunden saßen fast alle Blankenburger am Freitagabend im Dunkeln. Gleich zwei Stromleitungen waren vermutlich aufgrund altersbedingten Verschleißes kaputt gegangen.

Blankenburg. "In dieser Größenordnung ist es die schwerste Havarie der vergangenen zehn Jahre", konstatierte Evelyn Stolze, Geschäftsführerin der Stadtwerke Blankenburg. Äußerst bedauerlich für die Stromkunden, aber auch für ihre Mitarbeiter: "Das Timing war außerordentlich schlecht." Denn ausgerechnet am Freitagabend gegen 19.08 Uhr war flächendeckend der Strom ausgefallen. In der gesamten Stadt ging das Licht aus, funktionierten in den Einkaufsmärkten keine Kassen und keine EC-Terminals, Fernsehmonitore blieben schwarz. "Wir können uns nur bei allen Stromkunden und den Mitarbeitern in den Märkten entschuldigen, aber wir wollten wirklich niemandem das Wochenende verderben", so Evelyn Stolze, die aber auch ihre Techniker lobt, die schnell und flexibel gehandelt hätten. "Nach 45 Minuten waren die ersten wieder am Netz", so die Stadtwerke-Chefin. Sie selbst sei wohl eine der letzten gewesen, bei denen gegen 20.55 Uhr der Strom wieder problemlos floss.

Das Fatale an der Havarie: "Es gab zwei Mittelspannungsstörungen auf zwei verschiedenen Leitungen", so Evelyn Stolze auf Volksstimme-Nachfrage. Durch Umschaltungen konnten noch am Abend alle wieder versorgt werden. Am Sonnabend wurde die erste schadhafte Stelle am Umspannwerk unterm Platenberg repariert. Der zweite Kabelschaden war an der Westerhäuser Straße registriert worden. Er wurde gestern repariert. Grund für die Schäden, so Evelyn Stolze, sei vermutlich altersbedingter Verschleiß. "Solch eine Havarie passiert selten, aber sie passiert eben", so die Stadtwerke-Chefin.

Im Kundencenter hätten sich deshalb die Beschwerden in Grenzen gehalten. Neben besorgten Anrufern wegen nicht arbeitenden Tiefkühlschränken hätte sich auch ein kleiner Junge gemeldet, der wegen des Stromausfalls seine neue Spielekonsole nicht ausprobieren konnte. Evelyn Stolze: "Auch er hat uns seine Meinung gesagt."