Freude beim Wahlsieger und Wundenlecken beim Verlierer, das kennzeichnet auch den "Tag danach". Gleichwohl wird die Bürgermeisterwahl im Oberharz vom Sonntag als Anfang gesehen.

Tanne/Trautenstein. Das Handy von Wahlsieger Frank Damsch war Sonntagabend längere Zeit überlastet, so viele Gratulationen gingen ein.

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses wurde kurz im Eiscafé von SPD-Parteifreund Klaus Fischer in Elbingerode gefeiert. Genossen, aber auch etliche CDU-Vertreter aus Elbingerode und Benneckenstein waren sichtlich erfreut dabei.

Ein besonderer Empfang wurde Frank Damsch dann ebenso im Heimatort Tanne bereitet - mit Wunderkerzen und Fest im Schützenhaus. "Wir sind alle froh, weil wir wissen, dass Damsch ein Mann ist, der bisher immer gehalten hat, was er versprach – ein Mann der kurzen und geraden Wege!", so Brockenbäcker Reimund Freystein. "Ich bin begeistert, obwohl ich CDU-Anhänger bin. Seine bisherige Arbeit hat mich überzeugt", meinte Unternehmer Klaus Hahne aus Königshütte, der extra nach Tanne gefahren war. Der Bessere habe halt gewonnen, meinten Marcel Gebhardt sowie Klaus Dieter Albrecht. Und Hartmut Bartel sagte: "Frank förderte stets das Vereinsleben und legte großen Wert auf Gemeinsamkeit. Warum soll das nicht auch in der großen Stadt funktionieren?"

Damsch selbst zeigte sich gestern noch überwältigt von der Anteilnahme an seinem Wahlerfolg. "Ich möchte mich bei allen für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken, ich werde mein Bestes geben", so Damsch gegenüber Harzer Volksstimme: "Allen, die Heiko Kaschel gewählt haben, biete ich die Hand zur Zusammenarbeit." Der Landtagsabgeordnete Ronald Brachmann (SPD) hatte noch am Wahlabend Unterstützung aus Magdeburg für die Stadt Oberharz zugesagt.

Aber des einen Wahlfreud‘ ist des anderen Leid: "Wir bedauern, dass unser Kandidat nicht durchgekommen ist", so Ulrich Kallenbach im Namen der Bürgerfraktion auf Nachfrage.

"Wir müssen und können damit leben"

"Ich bin schon mit gemischten Gefühlen in die Stichwahl gegangen, sie hat ja immer so ihre eigene Gesetze", sagte Kallenbach weiter. Sie hätten gehofft, dass es zwar knapp, aber doch für Heiko Kaschel reichen könnte. "Wir akzeptieren das Ergebnis, gar keine Frage, gratulieren zum Wahlsieg und wünschen Frank Damsch alles Gute." Kallenbach zeigte sich erstaunt über die "für eine Stichwahl recht hohe" Wahlbeteiligung. "Das spricht dafür, dass vielen ihre Stadt Oberharz nicht egal ist", so der Trautensteiner. Was die Ziele der beiden Kandidaten betrifft, hätten sie eh nicht weit auseinander gelegen: Haushaltskonsolidierung, Entwicklung von Tourismus und Wirtschaft. Die Zukunft werde nun zeigen, wie die Probleme angegangen werden. Kallenbach: "Mit dem Wahlergebnis müssen wir leben und können wir leben."

 

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