Nach dem Geschmack vieler Kleingärtner dürfte der März viel zu trocken ausgefallen sein. In der Landwirtschaft des Nordharzes wird diese Meinung nicht unbedingt geteilt. Der jetzige Regen kommt gerade richtig, heißt es in der Wasserlebener Agrarproduktionsgenossenschaft. Jenem Unternehmen, das sich neuerdings mit spezieller Technik auch im Wegebau engagiert.

Wasserleben. Die Pflege und Erhaltung der Feld- und Flurwege ist üblicherweise nicht Sache der Agrarproduktionsgenossenschaften. Und wenn in der Vergangenheit doch, dann nur zu einem sehr geringen Teil. Aber da die Gemeinde Nordharz finanziell keinerlei Spielräume habe, helfen sich die Bauern selbst. Übrigens im Sinne eines geringeren Materialverschleißes nicht so ganz uneigennützig. Finanziell sind am Wegebau neben der Milchland KG auch die Jagd- sowie die Wald- und Weidegenossenschaft beteiligt.

Noch im Herbst erstand die Wasserlebener Agrarproduktionsgenossenschaft kosten-günstig einen gebrauchten Grader (Erdhobel) und eine Rüttelwalze eines anderen Unternehmens. Und genau diese sind seit gut einer Woche zwischen den Feldern rund um den Ortsteil unterwegs. Immerhin gilt es, insgesamt fast 15 Kilometer Feldwege dauerhaft in Schuss zu halten. Bereits jetzt wurden auf zwei Kilometern die tiefen Schlaglöcher beseitigt. Bis zum Sommer soll diese Zahl noch verdreifacht werden. Mit diesem "eigenen Wegebau" hat das Unternehmen seit letzter Woche beinahe so etwas wie ein neues Standbein für sich entdeckt. Immerhin beabsichtigen die Wasserleber, diese Neuprofilierung im doppelten Wortsinn als Dienstleistung auch "überregional" anzubieten, zum Beispiel in Wernigerodes Voigtstieg. So Geschäftsführer Wilfried Feuerstack. Potentielle Kunden seien aber auch Nachbargenossenschaften und -gemeinden.

Die zu bewirtschaftende Fläche der Wasserlebener beträgt 1030 Hektar. Das Ganze mit der stark schwankenden Bodenwertzahl von 45 bis 96. Wegen des hohen Grundwassers am Ende des Winters zeigt sich der Chef bezüglich der deutlich geringeren Niederschläge im März sehr zufrieden. Bei dieser Gelegenheit bescheinigte er den Unterhaltungsverbänden auch eine gute Arbeit während der letzten Jahre.

2011 bis zu 50 Prozent mehr für den Weizen

Die Drainagen seien überall in Ordnung, was sich jetzt wieder einmal bezahlt mache. Das führte dazu, dass die Landwirte in der vergangenen Woche auf 35 Hektar mit dem Legen der Rüben wie auch mit dem Ausbringen des Düngers. termingerecht fertig wurden. Das Unternehmen mit seinen zehn Beschäftigten baut auf 600 Hektar Weizen an. Wegen der weltweit enorm gestiegenen Nachfrage, könnten dabei zur nächsten Ernte Preise erzielt werden, die um bis zu 50 Prozent über jenen von 2010 liegen. Doch Feuerstack relativiert jegliche überproportionale Gewinnerwartung: "Abgerechnet wird zum Schluss. Immerhin ist die Qualität ein ganz maßgebliches Kriterium. Außerdem gehen die Düngerpreise dann im gleichen Verhältnis ebenso rasant nach oben." Letztlich war der Weizenanteil 2011 wegen der Fruchtfolge nicht beliebig auszuweiten.

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