Der Theatersaal auf dem Großen Schloss in Blankenburg soll Ende Mai wieder seiner Bestimmung übergeben werden. Bauherren, Architekten und Handwerker sind optimistisch, das zu schaffen.

Blankenburg. Der Theatersaal im Großen Schloss ist nicht mehr wiederzuerkennen. Zwar wuseln dort immer noch die Handwerker, um den Raum wieder in ein Schmuckkästchen zu verwandeln. Doch bis vor wenigen Tagen war vom eigentlichen Saal kaum etwa zu sehen. Die Deckenbalken waren von Dutzenden Stahlträgern gestützt. Der Blick bis in den Dachstuhl frei. "Jetzt haben wir komplett abgerüstet. Das Dach ist mit Schiefer eingedeckt und die Decke neu eingezogen", freuen sich Sven Ungethüm und Anne-Kathrin Reinboth. Damit sei ein großer Schritt in Richtung Wiedereröffnung getan. "Das Highlight sind jedoch die neuen Fenster", so die Architekten. Eine Ilsenburger Tischlerei hat die Fenster nach historischem Vorbild aus Eichenholz hergestellt und sieben Stück bereits eingesetzt. "Die alten Fenster werden von uns noch aufgearbeitet und ebenfalls wieder zu sehen sein", so Tischlermeister Torsten Zimmer, der die historischen Rahmen von innen vor die neuen setzen wird. Rund 60 Fenster, die einst in den Räumen zum Schloss-Innenhof eingebaut waren, warten in seiner Ilsenburger Tischlerei auf den letzten Schliff.

Bereits fertig sind an den Wand- und Deckenanschlüssen des Theatersaals die Schmuckornamente. "Im Wesentlichen ist der Stuck nach Originalabdrücken neu hergestellt worden. Es sind aber auch Originalteile eingebaut", so Frank Haseley, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Schloss GmbH. Er freut sich besonders, dass es durch den Einbau einer Heizung gelungen ist, überhaupt in den Wintermonaten weiterzubauen (wir berichteten). "Trotz der Widrigkeiten des Winters liegen wir im Zeitplan", so der Bauexperte. Er ist optimistisch, Ende Mai die Wiedereröffnung des Theatersaals feiern zu können. Bis dahin sollen auch der alte Fußboden aufgearbeitet und die barocken Holz-Paneele an den Wänden angebracht sein.

Bislang seien rund 40 Prozent der Fördersumme aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung, des Landes, von Lotto-Toto, des Harzkreises und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz sowie erhebliche Eigenbeträge des Vereins "Rettung Schloss Blankenburg" verbaut worden – rund eine Million Euro.

Wer die Sanierung des Großen Schlosses unterstützen möchte, kann unter anderem heute Abend wieder eines der Wiederaufbaukonzerte besuchen. Ab 19.30 Uhr präsentiert das Telemann-Kammerorchester Michaelstein unter der Leitung von Prof. Dr. Bert Greiner einen "klangvollen Strauß bunter Frühlingsblumen". Solistin ist unter anderem Dörte Bernhagen-Lill (Sopran).

rettung-schloss-blankenburg.de

Bilder