Eigentlich war der Garten des Ilsenburger Künstlerehepaars Georg Heinrich und Elise Crola an der Mühlenstraße noch sehr viel größer. Doch verschiedene Umstände führten dazu, dass heute nur noch ein Bruchteil des Landschaftsparks direkt hinter dem Haus übrig geblieben ist. Der Rest ist zu DDR-Zeiten öffentlich gemacht worden. Hier wie dort gibt es aber heute noch eine Reihe von Besonderheiten im Baumbestand.

Ilsenburg. Während das Crola-Haus von 1687 in Ilsenburg heute noch steht und sogar das Atelier des Künstlers existiert, ist der einstige Garten auf ein Minimum seines ursprünglichen Zustandes geschrumpft. Er war seinerzeit fast sieben Morgen groß. Aber selbst in dem heute vergleichsweise geringen Teil finden sich ein paar erstaunliche dendrologische Besonderheiten. So dürfte die gerade jetzt noch in Blütenpracht stehende Magnolie zweifelsohne die größte in und rund um Ilsenburg sein.

Riesenmagnolie von fast 15 Metern Höhe

Hans-Jürgen Hirschelmann ist der heutige Besitzer des Hauses, das er auch selbst bewohnt. Er schätzt den "blühenden Riesen" auf fast 15 Meter. Klar gibt es auch in Ilsenburg noch mehrere solcher Tulpenbäume. Aber einen mit solchen Ausmaßen offensichtlich nicht. Und eine bessere Jahreszeit gibt es für diese seltene Magnolie freilich auch nicht. Je nach Lichtverhältnissen, waren die Blüten vor wenigen Tagen noch unterschiedlich weit ausgeprägt. Auf der einen Seite fielen sie bald schon wieder ab, während sie auf der anderen noch nicht mal richtig offen waren. "Klar haben wir an diesem Baum in jedem Frühjahr eine riesige Freude", so Hirschelmann.

Nur ein paar Meter weiter stehen zwei ungleich kleinere, aber ebenso seltene Sternmagnolien. Dort sind die Blüten statt in zartestem Weiß-Rosa in reinstem Weiß. Nach dem langen Winter sind aber alle Magnolien eine wahre Augenweide. Während den öffentlich zugänglichen Crola-Park rund um den Teich noch einige uralte Eichen, Kastanien und Eschen zieren, gibt es die Sumpfzypresse jenseits des Gartens leider nicht mehr.

Doch Kennern und aufmerksamen Beobachtern werden die beiden seltenen asiatischen Gingkobäume keinesfalls entgangen sein. Sie stehen in "respektvollem Abstand" und doch nur so weit auseinander, dass sie sich noch gegenseitig befruchten können. Einer ist männlich und sorgt dafür, dass an dem weiblichen Gingko irgendwann Früchte wachsen. Deren Vermehrung gilt als außerordentlich schwierig und ist schon vielfach gescheitert. Übrigens auch in der Ilsestadt.

Eine Nachfrage Hirschelmanns zum Geheimnis einer möglichen Vermehrung im Weimeraner "Gingko-Museum" stieß bei den Thüringer Experten auf größte Verwunderung. Man glaubte den Ilsenburgern weder, dass sie zwei Gingkobäume haben, geschweige denn, dass diese sogar Früchte tragen sollen. Eine Antwort blieben sie den Nordharzern jedenfall bis heute schuldig, so Hirschelmann.

 

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