Die Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erweitert ab Dienstag ihre Sprechzeiten und Angebote im Vereinsheim "Zur alten Schule" in der Oesig. Noch werden auch Spender gesucht, die gut erhaltene Kleidung oder Kinderspielzeug abgeben.

Blankenburg. Die letzten Vorbereitungen sind getroffen, alles fein säuberlich angeordnet, einsortiert und registriert. "Nun können die Kunden kommen", freuen sich Eleonore Arndt, Steffi Grüning, Lieselotte Sela und Edelgard Kühn ab Dienstag, 26. April, in der Kleiderkammer des Kreisverbandes Harz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Oesig auf möglichst viele Besucher. Mit der Erweiterung der Öffnungszeiten erhofft sich die AWO nicht nur, noch mehr Menschen helfen zu können, sondern auch erhöhte Spendeneinnahmen für die Arbeit in den verschiedenen Bereichen.

"Erst mit den vier ausschließlich ehrenamtlichen Helferinnen, den guten Seelen, wurde es möglich, künftig die Kammer sogar an vier Tagen pro Woche zu besetzen", freut sich Marlies Röbbeling, die Chefin der Harzer Tafeln als Träger im AWO-Verband. Platz genug ist in dem Raum, den der Heimatverein im vergangenen Jahr zur Verfügung stellte. Jeden zweiten Donnerstag öffnet dort ein "Laden ohne Kasse", seit er aus seinem Domizil an der Lühnergasse ausziehen musste. Schnell wurde damals auch der Wunsch nach einer Kleiderkammer laut und mit der Eröffnung am 11. November 2010 zügig umgesetzt.

Allerdings ist das Angebot immer auch abhängig von der Spendenbereitschaft, für die ständig geworben wird. "Gesucht werden noch gut erhaltene Kleidung und Dinge aus dem Haushalt", sagt Anke Gercke-Oberstädt, die Leiterin für Soziale Dienste des AWO-Kreisverbandes. "Besonders aber werden Kindersachen und -spielzeug nachgefragt." Künftig ist dafür montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, um etwas aus dem Angebot gegen einen freiwilligen Obolus abzugeben. In der gleichen Zeit können auch Spenden abgegeben werden. "Sollte dies nicht möglich sein, kann tagsüber unter Telefon (03946) 9611210 ein Termin vereinbart werden", ergänzt Marlies Röbbeling, die zugleich für die "Läden ohne Kasse" immer auf der Suche nach Lebensmitteln ist, "die noch völlig einwandfrei und zum Verzehr geeignet sind." Das wäre allemal besser, als dass sie im Müll landen.

Die Kleiderkammer im Vereinsheim "Zur alten Schule" liegt an der Straße zur Teufelsbad-Fachklinik, direkt neben dem Mehrgenerationenhaus.

Während die Artikel des "Ladens ohne Kasse" ausschließlich und nachweislich bedürftigen und in Not geratenen Menschen vorbehalten bleiben, steht die Kleiderkammer für jedermann offen. "Gegen eine kleine Spende geben wir diese Sachen und Dinge gern ab", sagt Steffi Grüning, die sich wünscht, dass aus diesem bisherigen ehrenamtlichen Engagement noch mehr wird.

"Ich habe mich für das Projekt Bürgerarbeit beworben und bin derzeit in der Vorbereitungsphase", erläutert sie. Ab Sommer könnte sie dann sogar die Leitung der Kleiderkammer übernehmen, sofern die Kommunale Beschäftigungsagentur (KoBa) des Landkreises mitspielt. "Wo sie eingesetzt wird, liegt nicht in unserer Hand", so Anke Gercke-Oberstädt. "Aber wir haben den Antrag für diese Stelle in der Kleiderkammer eingereicht und würden sie schon wegen der Erfahrungen gern mit Frau Grüning besetzt sehen."

Außerdem träumt sie immer noch von einem Möbellager. "Das Interesse und die Nachfrage dafür ist jedenfalls groß." Doch dazu würden größere Räumlichkeiten benötigt, die an der alten Schule nicht vorhanden sind. "Vielleicht gibt es jemanden in Blankenburg, der uns bei diesem Vorhaben unterstützen will und kann", ist sie immer noch auf der Suche nach kostenfreien Unterstellmöglichkeiten. Bis dahin konzentrieren sich die Frauen erst einmal auf den hoffentlich großen Andrang in der Kleiderkammer.