Der Ausbau des Heidemühlen-Areals ist vorerst geplatzt. Am Konzept habe es nicht gelegen. Der Investor hat jedoch die vereinbarte Kaufsumme noch immer nicht an die Stadtverwaltung bezahlt. Im Wernigeröder Rathaus wird nun die Rückführung des Eigentums vorbereitet.

Von Regina Urbat

Wernigerode. Von reger Bautätigkeit ist auf dem Gelände der Heidemühle und ehemaligen Vulkanisierwerkstatt seit Wochen nichts zu spüren. Dafür wird viel spekuliert, und Gerüchte machen in Wernigerode die Runde.

"Fakt ist: Der Investor hat die Kaufsumme zum vereinbarten Termin nicht bezahlt", sagt Oberbürgermeister Peter Gaffert auf Nachfrage der Harzer Volksstimme. Am Konzept, ergänzt Baudezernent Burkhard Rudo, habe es nicht gelegen. "Das ist wirklich gut", sind sich beide einig. Einig auch darin, dass der Stadtverwaltung selbst bislang kein Schaden entstanden sei.

Die an den Kaufvertrag gebundenen Auflagen seien alle erfüllt worden. Wie Rudo erläutert, gehöre die Sicherung der Gebäude und des Grundstücks, die Ausbesserung der Dächer und Fassaden dazu. Dafür seien zwei Jahre Zeit gewesen, für die Umwandlung in eine Nutzung sogar zehn Jahre. Demzufolge sei die Eröffnung eines Friseursalons, elf Monate nach der Kaufvertragsunterzeichnung, "in gewisser Weise eine Übererfüllung", so der Baudezernent. Dass die für März angekündigte Eröffnung eines italienischen Restaurants geplatzt sei, bedauere er sehr. Aber: Zum Glück habe Bruno, der seit 1990 in Wernigerode beheimatete Gastronom, ein neues Domizil im Alten Amtshaus gefunden und zu Ostern auch eröffnet.

"Sind wohl einzige Stadtverwaltung mit einem Friseur"

Vorwürfe, der Verkauf an den in Wernigerode beheimateten Investor sei falsch gewesen, weist Peter Gaffert von sich. Es sei "sehr lange und intensiv" im Stadtrat mit Anhörung eines Bauberaters diskutiert worden. Erst dann habe der "seit über zehn Jahren weit und breit einzige Bewerber" den Zuschlag bekommen. Kulturhistorisch sei das Heidemühlen-Quartier in der Altstadt wertvoll und solle erhalten werden. Gaffert: "Dafür ist der Anfang gut gelungen. Und Wernigerode ist wohl nun die einzige Verwaltung mit einem eigenen Friseur." Dann wieder ernst: Auch im Interesse der Friseur und Kosmetik eG "Charmant" hoffe der Oberbürgermeister, dass der Ausbau des Gebäudeensembles bald fortgesetzt werde und weitere Nutzer einziehen können. Burkhard Rudo: "Glücklicherweise gibt es einen Interessenten."

Nach dem Verstreichen der Zahlungsfrist bereitet die Stadtverwaltung nun die Rückführung des Eigentums vor. Der Investor selbst will sich gegenüber der Presse nicht äußern.

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