Für 3,2 Millionen Euro wird die Pestalozzischule Wernigerode um- und ausgebaut. Während der Bauarbeiten ziehen die 134 Schüler nach Ilsenburg um. Im Juli 2012 sollen sie bereits in neuen Räumen lernen können.

Wernigerode. "Es war wirklich ein langer und harter Kampf. Und viele haben um dieses Projekt gerungen. Aber nun hat das Warten endlich ein Ende", war Martin Hausl sichtlich erleichtert. Überglücklich griff der Leiter der Wernigeröder Pestalozzischule zum Spaten und startete eigenhändig die Bauarbeiten für den lang ersehnten An- und Umbau. Unterstützung erhielt er von Landrat Michael Ermrich, Margrit Kaufmann, der Leiterin des Kreis-Schulverwaltungsamtes, und Schülerin Jenny Kempken.

"Beharrlichkeit und Ausdauer zahlen sich aus", sagte Hausl, der an die inzwischen 20 Jahre währenden Provisorien und Kompromisse zum Standort der Schule erinnerte, die als eine der ersten in Sachsen-Anhalt den Status eines Regionalen Förderzentrums bekam. "Es gab viele sehr gute Ideen, aber alle scheiterten am Geld", beschrieb Hausl das Hauptproblem. Nach Umzügen vom Oberpfarrkirchhof und Flutrenne in die Goethe- und dann an die Minslebener Straße stand immer wieder der Ausbau der ehemaligen Gorki-Schule zur Debatte. Doch ein barrierefreies Gebäudekonzept ließ sich dort nicht wirtschaftlich darstellen. Der Förderantrag scheiterte, so Hausl.

Mit ihrem überarbeiteten Konzept hatten die Mitarbeiter des Schulverwaltungsamtes, die Lehrer und Elternvertreter dann endlich Erfolg. Mit Hilfe des Schulbauförderprogramms der Europäischen Union, aus dem 2,5 Millionen Euro fließen, und einem Eigenanteil der Harzkreisverwaltung in Höhe von 700000 Euro wird ihre Schule nun erneuert.

Wie Architektin Margrit Hottenrot erläuterte, wird die obere Etage des in den 1970-er Jahren als "Kinderkombination" errichteten Plattenbaus abgetragen. In den übrigen zwei Etagen des Altbaus müsse aus Kostengründen die Struktur zwar erhalten werden. Dafür würden aber im zweigeschossigen Neubau großzügige Räume geschaffen, die gleich mehrfach genutzt werden können – als Fachunterrichts-, aber auch als Therapieräume. Einzug halten zudem eine Multimedia- sowie eine Medien- und Fachbibliothek, Beratungsräume, ein Schulclub, ein Speiseraum für ein Schülercafé und einiges mehr. Ein Aufzug im neu gestaltete Eingangsbereich sorgt für den barrierefreien Zugang zu allen Etagen.

Im Juli 2012 soll bereits der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Bis dahin ziehen die aktuell 40 Mitarbeiter sowie die 134 Schüler der Klassen 1 bis 10 in ein Ausweichquartier: die ehemalige Grundschule in Ilsenburg.

Hintergrund: Die Pestalozzischule koordiniert die Arbeit eines Regionalen Förderzentrums – eine Kooperation von Einrichtungen aller Schulformen. Ziel: Durch Bündelung der Kräfte soll jeder Jugendliche, unabhängig vom Förderbedarf, den höchst möglichen Schulabschluss erreichen.

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