Um Sprachbarrieren von frühester Kindheit an zu vermeiden, wird seit Monatsbeginn der altersgerechte Erwerb der deutschen Sprache gezielt gefördert. Möglich macht dies speziell in der Kindertagesstätte "Am Regenstein" die bundesweite Initiative "Offensive frühe Chancen: Schwerpunkt-Kita Sprache und Integration".

Blankenburg. Ohne gute Sprachkenntnisse ist der spätere Erfolg in Bildung und Beruf gefährdet. Vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien oder mit Migrationshintergrund sind davon betroffen. Das belegen zahlreiche Studien. Um diesem Defizit von frühester Kindheit an entgegenzuwirken, nimmt seit dem 1. April in der integrativen Bewegungs-Kindertagesstätte "Am Regenstein" die deutsche Sprache noch breiteren Raum ein.

"Die Bundesregierung will, dass jedes Kind von Anfang an faire Chancen hat", erklärt die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer beim Besuch der Einrichtung gemeinsam mit Landtagsvertreter Bernhard Daldrup und Bürgermeister Hanns-Michael Noll. "Gute Bildungsangebote müssen deshalb schon in den Kitas zur Verfügung stehen." Die Blankenburger bewarben sich als "Schwerpunkt-Kindertagesstätte Sprache und Integration" und erhielten als eine von nur sechs Einrichtungen im Harzkreis den Zuschlag.

"Eigentlich hatten wir nicht damit gerechnet", gesteht Heidrun Beck, Geschäftsführerin des Gemeinnützigen Vereins für Sozialeinrichtungen (GVS), weil nur zwölf von 150 Kindern einen Migrationshintergrund hätten. "Doch mit den weiteren Kriterien, unter anderem viele Kinder unter drei Jahren und aus sozial schwachen Familien, kann unser Antrag überzeugen."

"Ein weiterer toller Schritt"

In dem Haus werde dem Nachwuchs viel geboten. "Bei uns werden nur staatlich anerkannte Erzieherinnen und ausgebildete Sonderfachkräfte eingesetzt, wie Heilerziehungspflegerinnen und -pädagogen sowie Ergo-, Sprach- oder Physiotherapeuten," betont die Leiterin Kathrin Friedrich den hohen Qualitätsanspruch. Sie zählt 23 Mitarbeiterinnen für die 150 Sprösslinge zusammen, die dank guten Personalmanagements der GVS flexibel eingesetzt werden können.

Seit Abschluss der Sanierung dominieren im Haus weite, helle Flure und große Räume für Sport, Spaß und Bewegung. Gemeinsam bereiten die etwa 100 Knirpse im Kindergarten, darunter 19 mit Behinderungen, ihr gesundes Frühstück selbst vor. "Bei uns sind dicke Kinder rar", meint Friedrich nicht nur eine Folge davon zu erkennen, sondern weiß auch: "Die Kinder belehren teilweise sogar schon ihre Eltern." Soweit es das Wetter zulasse, finde viel Bewegung auch im Freien statt. "Mit der Sprachförderung machen wir einen weiteren tollen Schritt", sagt die Chefin und freut sich auf noch mehr Möglichkeiten durch den altersgerechten Erwerb der deutschen Sprache. Zwar absolviere Bianca Wolf für diese schwierige, verantwortungsvolle Tätigkeit derzeit noch eine spezielle Ausbildung in Berlin, sie sei aber schon dabei, den Bedarf zu ermitteln.

Dank der Förderung von jeweils 25000 Euro pro Jahr bis Ende 2014 können nicht nur die halbe Stelle für die Fachkraft, sondern auch Sachkosten für Lehr- und Lernmittel bezahlt werden. "Das kann nur unser Haus bieten", betont Friedrich und macht interessierten Eltern Mut, ihren Kindern solche Chancen zu eröffnen: "Wichtig ist und bleibt bei der Entwicklung des Nachwuchses eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern."