Tolle Stimmung, unerwartet viele Besucher und ein ansprechendes Programm – die Bilanz der Wernigerode Tourismus GmbH für die Schierker Walpurgis ist positiv. Es hat aber auch einige "Baustellen" gegeben,

Schierke/Wernigerode. Allein 8000 Gäste am Walpurgissonnabend, noch einmal gut 1500 am Tag danach – was die Besucherzahlen betrifft, waren die Walpurgisfeiern in Schierke in diesem Jahr ein voller Erfolg. "Wir hatten mit circa 5000 Gästen gerechnet – so wie im vergangenen Jahr", sagt Wernigerodes Tourismus-Chefin Erdmute Clemens, die das Spektakel zusammen mit ihren Mitarbeitern seit 2010 organisiert. "Unsere Erwartungen wurden also weit übertroffen."

Sicherlich haben die bekannten Spielleute von "Corvus Corax" gezogen. "Die Musiker haben eine ganz eigene Fangemeinde", so Erdmute Clemens. Und viele Gäste seien nur wegen der Band angereist. Auch das Wetter sei schön gewesen. Und überhaupt – die mittelalterliche Ausrichtung des Festes habe viele angelockt. "Und das, obwohl es auch kritische Stimmen deswegen gegeben hat." So hätten einige Besucher "modernere" Programmpunkte vermisst.

Dennoch will die Wernigerode Tourismus GmbH an dem Konzept festhalten. Der wildromantische Kurpark sei ideal für ein mittelalterliches Treiben. "Außerdem wollen wir uns von anderen Walpurgisfeiern in der Region abheben." Für das nächste Jahr werde aber überlegt, das Programm für die jüngeren Besucher zu verbessern und vielleicht für die Abschlussparty im Eisstadion eine Liveband zu gewinnen.

Schwarze Zahlen

Auch finanziell gesehen war die Schierker Walpurgis – im Gegensatz zu 2010 – zufriedenstellend. 70 000 Euro habe das Spektakel gekostet. "Noch sind unsere Abrechnungen nicht abgeschlossen, aber es sieht so aus, als ob wir in diesem Jahr kein Defizit eingefahren haben. Und das war unser Ziel." Es gehe auch nicht darum, einen hohen Gewinn zu erzielen, sondern eine Veranstaltung auf hohem Niveau für Touristen und Einheimische anzubieten.

"Doch Zahlen allein sind nicht alles", sagt Erdmute Clemens in Hinblick auf einige "Baustellen", die es für das nächste Jahr zu beseitigen gilt. Wie z. B. die Zufahrtsstraßen, die auf beiden Seiten zugeparkt waren, so dass die Shuttlebusse nicht durchkamen. Ein eintägiges Parkverbot sei deshalb wünschenswert. Zudem habe es Engpässe bei der Versorgung der Gäste gegeben. Nach dem Walpurgisumzug seien tausende Menschen wieder auf das Festgelände gedrängt, und die Händler hatten zeitweise Schwierigkeiten, den Hunger und Durst der Besucher zu befriedigen. "Das müssen wir besser organisieren." Auch die Beleuchtung im Kurpark soll überarbeitet werden.

Ein "dickes Dankeschön" richtet die Tourismus-Chefin noch an alle beteiligten Schierker Vereine, Hoteliers und auch an die Sponsoren. "Ohne sie wäre das Fest nicht so erfolgreich gewesen."