Das Schulmuseum am Rösentor in Benzingerode verfügt seit März über einen zweiten Ausstellungsraum. Vor allem die Leiterin des Harzmuseums, Silvia Lisowski, freut sich, dass nun auch größere Gruppen wie Schulklassen in dem Museum Platz finden und viele Exponate endlich gezeigt werden können.

Benzingerode. Ob Schiefertafeln, handgezeichnete Europakarten oder ausgestopfte Tiere. In einem zweiten Ausstellungsraum im Schulmuseum am Rösentor in Benzingerode finden viele Schaustücke endlich den Platz, der bis Ende März noch fehlte. "Dadurch können wir jetzt auch größeren Gruppen wie Schulklassen den Aufenthalt angenehmer gestalten", sagt Silvia Lisowski. Die Chefin vom Harzmuseum in Wernigerode betreut auch die Benzingeröder Sammlung. Schon seit dem 26. März lockt das Schulmuseum mit der vergrößerten oder wie sie sagt "entzerrten" Ausstellung.

Dankbar sei die Museumsleiterin vor allem der Gebäude- und Wohnungsbaugenossenschaft (GWW), der das Haus gehört. Viel Liebe sei in die historischen Details gesteckt worden. "Die GWW ließ geölte Dielen verlegen. Auch der historische Ofen blieb erhalten. Das ist nicht selbstverständlich", lobt Silvia Lisowski das Resultat der Renovierung.

In dem neuen Zimmer saßen übrigens schon früher Schulkinder. 1949 stieg Benzingerodes Einwohnerzahl plötzlich von 900 auf 1300 an. Deshalb musste für die Kinder der zugezogenen Umsiedler Platz geschaffen und die Schule um einen Raum erweitert werden."Natürlich haben die alten Tische und Stühle nach vielen Jahrzehnten Gebrauchsspuren, aber das wirkt letztlich besonders authentisch."

Besucher lassen noch auf sich warten

Der erhoffte Ansturm ist trotz des Umbaus bisher ausgeblieben. "Seit März waren erst 200 Besucher da", schätzt Ottmar Wolff, der ehrenamtlich durch die Ausstellung führt. Viele wüssten gar nicht, dass mittlerweile erweitert wurde, vermutet er. Dabei gibt es in den beiden Ausstellungsräumen viel zu entdecken. Der Benzingeröder schickt die Museumsgäste auf eine Zeitreise von den Anfängen der Reformation bis in die 1960er Jahre der Schulgeschichte. Ältere Besucher kommen ins Museum, um in Erinnerungen an die eigene Schulzeit zu schwelgen. Sie blättern in DDR-Schulbüchern oder sehen sich Klassenfotos aus ihrer Jugend an. "Manche Benzingeröder möchten einen Blick in ihr Klassenbuch werfen", erzählt der gelernte Dreher, der eine Vorliebe für Heimatgeschichte und Familienforschung hat. Zu jedem Heft, jeder Tafel und Karte kann der Schul-Experte genauestens Auskunft geben. Blättert er durch Poesiealben aus dem Ersten Weltkrieg, leuchten seine Augen.

Die Schulbank drücken wie zu Omas Zeiten

Dass mehr Kinder erleben, wie der Unterricht ablief, als die Großeltern noch zur Schule gingen, liegt ihm am Herzen. Deshalb ist Ottmar Wolff froh, dass der leerstehende Nebenraum saniert wurde. Vorher seien viele Stücke "untergegangen". Nun müssen nur noch die Besucher kommen.

Dienstags steht das Museum ab 16 Uhr für Interessierte offen. Gruppen können sich beim Harzmuseum oder unter Telefon (0 39 43) 24 97 40 anmelden.

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