Der Landtagsabgeordnete und gleichzeitig auch der neue Vorsitzende des Innenausschusses, Ronald Brachmann (SPD), besuchte in dieser Woche mehrere Bürgermeister seines Wahlkreises, darunter auch Denis Loeffke (CDU) in Ilsenburg. Bei dieser Gelegenheit informierte er über eine mittelfristige Lösung für die Erweiterung des Linienverkehrs durch Darlingerode.

Ilsenburg/Darlingerode. Im März hatte die SPD einen Versuch gestartet. Mit einem Bus der Harzer Verkehrsbetriebe sollte getestet werden, inwieweit tatsächlich Bedarf an einer neuen Linienführung in Richtung Oehrenfeld besteht. Im Kern geht es um die sogenannte Plessenburg-Linie. Gleichzeitig wollte man wissen, ob der Bedarf tatsächlich so groß ist, wie seit Jahren vermutet. In weiten Teilen Darlingerodes fühlten sich insbesondere Ältere und Behinderte vom ÖPNV weitgehend abgekoppelt. Die Testfahrt endete seinerzeit nicht überraschend mit einer überzeugenden Resonanz. Zwei zusätzliche Haltestellen – und der Bus war voll. Bisher war stets der Straßenzustand, insbesondere der der Lindenallee, als Argument gegen einen solchen "Haken" durch Darlingerode ins Feld geführt worden. Während dieser Probefahrt kam man schnell zu dem Ergebnis, dass die Ausweitung der Buslinie mit dem neuen Fahrplan 2012 sehr wohl erfolgen kann, ohne dass es bis dahin bereits eines Ausbaus besagter Allee bedarf. Das sieht man in der Stadt Ilsenburg jetzt offenbar auch so. Fährt doch diese Buslinie momentan ohnehin nur dreimal wöchentlich.

Geduld ist bei den Darlingerödern dennoch gefragt. Immerhin gibt es laut Brachmann noch eine ganze Reihe von Problemen zu klären. Dazu zählen, vor dem Hintergrund der speziellen Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern, Kapazitätsfragen, die sich mittelfristig allerdings klären lassen dürften. Der SPD-Politiker räumt im Gespräch mit dem Bürgermeister ein, dass die sich abzeichnende Lösung mit Inkrafttreten des neuen Fahrplans "keineswegs optimal, aber ein unverzichtbarer Anfang zum weiteren Ausbau ist". Der "Ilsetaler" fährt jeweils nur zwischen dem 3. Mai und dem 22. Oktober. Gespräche mit den Harzer Verkehrsbetrieben über die Verlegung einzelner Abfahrtszeiten sowie eine bessere Taktung würden längst laufen, so Denis Loeffke. So, wie es sich abzeichnet, gäbe es in Darlingerode statt nur einer Haltestelle an der alten B 6 ab Frühjahr 2012 noch zwei weitere.

Mindestens genau so wichtig sei aber, so der Bürgermeister, jetzt das Fördergeld für den Ausbau der Lindenallee zu beantragen. Gemeinsam mit der Stadt wolle sich die SPD um Geld aus dem Dorferneuerungsprogramm (ALFF) bemühen, verspricht Brachmann. Nach der grundhaften Sanierung der Lindenallee könnte der Busverkehr zwischen Wernigerode und Ilsenburg ständig oder zumindest mehrmals am Tag den Haken durch Darlingerode schlagen.