Finkenfreunde aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gehen erstmals als ein Verein gemeinsam in die Saison. Aus den Gruppen "Südniedersachsen-Oberharz" um Altenau und der "Buchfinken Ostharz" um Hasselfelde/Benneckenstein wurde die vereinte "Buchfinkengilde Harz". Zehn Feste mit Vogelgesang sind 2011 geplant.

Hasselfelde/Altenau. "Wir sind nicht mehr die Buchfinkenlandesgruppe Ostharz, wir haben uns mit der Gilde in Niedersachsen/Oberharz zusammengeschlossen", informierte Horst Rieche aus Hasselfelde am Wochenende fast nebenbei. Dabei, so gibt der Finkenfreund auf Nachfrage zu, ist das schon sowas wie eine kleine Sensation. "Auf jeden Fall ein großer Fortschritt."

Gemeint ist der Zusammenschluss von Finkenfreunden aus den Harzgebieten diesseits und jenseits der Landesgrenze. Sie gründeten einen gemeinsamen Verein, die Buchfinkengilde Harz. "Es war ein langer, ein ganz demokratischer Prozess", erläuterte Helmut Ehrenberg aus Altenau der Harzer Volksstimme auf Nachfrage.

Ehrenberg hält als Geschäftsführer der neuen, grenzübergreifenden Gilde alle Fäden in der Hand. Selbst Finker von Kindesbeinen an, hat Helmut Ehrenberg die besonders turbulenten Jahre seit 1989 mit Protesten, Widerstand und Umdenken hautnah erlebt. Auch den Schwund unter den Mitgliedern im ganzen Harz.

"Stück für Stück kamen wir uns in den letzten Jahren näher, erst bei den Leitlinien zum Bretter- oder Kampfsingen, dann zum Starksingen, schließlich zum Schönheitssingen. Daran haben Arbeitsgruppen kräftig gearbeitet, denen ich danken möchte", so Ehrenberg.

Am Ende stand eine Delegiertenversammlung jüngst im April, bei der 14 Vertreter der Westharzer und elf der Ostharzer Finkenfreunde für den Zusammenschluss stimmten und den neuen Namen wählten. Die Käfiggröße, lange umstritten, sei kein Thema mehr, weiß der Geschäftsführer. Aus den Erfahrungen der Finker und den wissenschaftlichen Gutachten erwuchs eine Richtgröße für die Wettkampfkäfige, mit der nicht nur die Vögel, sondern auch alle Finkenfreunde nun leben können: 50 Zentimeter lang, 30 breit und 40 hoch.

Zehn Feste in allen Teilen des Harzes

Mit diesen "komfortablen" Buchfinkenhäusern, wie manche Experten mit Blick auf die alten kleineren Käfige meinen, tritt die Buchfinkengilde Harz nun zu ihrer ersten Saison an. Zehn kleinere und größere Volksfeste mit Finkengesang sind geplant. Start war Sonntag in Wieda.

Der nächste Wettstreit ist am Sonntag, 22. Mai, in Altenau. Und er bietet noch etwas Neues. "Es wird ein Kreissingen nach dem Muster von Thale sein, wir wollen die dortige Tradition mal bei uns ausprobieren", kündigte Helmut Ehrenberg, zugleich Chef der zahlreichen Finkenfreunde in Altenau, schon mal an.

Praktisch jeden Sonntag geht es dann Schlag auf Schlag, so werden übrigens die Rufe der Finken auch genannt, mit den Festen weiter: Hasselfelde am 29. Mai, nochmals Altenau (2. Juni), Sankt Andreasberg (5. Juni), Thale (11. Juni), Hohegeiß (12. Juni) sowie Benn-eckenstein am 13. Juni. Dann weiter in Tanne (19. Juni) und nochmal Wieda (25. Juni). Den Abschluss bildet ein vereinsinternes "Absingen".

Nur einen kleinen Unterschied gibt es noch zwischen den nun gemeinsamen Finkenfesten hüben und drüben: Die Wettstreite in Niedersachsen beginnen um 7.30 Uhr, die in Sachsen-Anhalt um 6 Uhr.

 

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