Stapelburg/Abbenrode (rar). Während einer vierstündigen Routinekontrolle von Polizei, Gewerbeaufsicht sowie vom Bundesamt für Güterverkehr wurden die Teams gleich mehrfach fündig. Die stichprobenartige Überprüfung fand gestern Vormittag auf dem Rastplatz "Brockenblick" an der B 6 statt.

In einem Fall mussten sogar die Feuerwehren aus Ilsenburg und Stapelburg alarmiert werden. Bis dahin waren erst sieben Trucks einer Tiefenprüfung unterzogen worden. Dann musste wegen eines besonderen Falles die Kontrolle unterbrochen werden.

Laut Polizeihauptmeister Achim König von der Kontrollgruppe Harz der Quedlinburger Autobahnpolizei war einer der Trucks mit einer ungesicherten Giftladung in einem für einen solchen Transport völlig ungeeigneten Lkw unterwegs. Die Fahrt für den Mann aus dem Vogtlandkreis war somit nach nur 21 Kilometern schon wieder beendet. Die Ladung stammte aus dem niedersächsischen Schladen. Ein Teil der Fracht befand sich bereits lose auf der Ladungsfläche. Da unklar war, ob die sogenannten Big Packs undicht oder die Giftstoffe bereits während der Beladung aus den Behältnissen gefallen waren, wurde der Parkplatz auf der Südseite sofort gesperrt. Gleichzeitig wurden die auf Gefahrguttransporte spe-zialisierten Feuerwehren alarmiert. Diese kamen am Einsatzort zu dem Ergebnis, dass die komplette Ladung durch den Spediteur auf einen anderen Lkw umgeladen werden muss.

Nach 21 Kilometern aus dem Verkehr gezogen

Die Kennzeichnung auf den weißen Big Packs warnte nicht nur mit einem stilisierten Totenkopf vor dem giftigen Inhalt mit Nickeldihydroxid: "… kann beim Einatmen Krebs erzeugen, … schädigt das Kind im Mutterleib, … irreversibler Schaden möglich, … Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen, … als gefährlicher Abfall zu entsorgen...Freisetzung in die Umwelt vermeiden …", heißt es in der Fachliteratur.

Offensichtliche Panne bei der Alarmierung

Bei mehreren anderen Truckerfahrern fanden sich ebenfalls Unregelmäßigkeiten, die in der Folge als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Einer hätte laut Fahrerlaubnis eine Brille tragen müssen. Diese lag aber auf seinem Beifahrersitz. Ein anderer hatte die Lenkzeiten um 2,5 Stunden überschritten. Bei einem Dritten war das Wartungsintervall für den Fahrtenschreiber nicht eingehalten worden. Und ein weiterer war mit Klärschlamm und insofern mit einem Abfalltransport unterwegs, ohne das sogenannte "A"-Schild am Heck aufgeklappt zu haben, so Achim König. Wahrscheinlich wären seine Kollegen binnen der vier Stunden noch öfter fündig geworden, wenn sie die Kontrolle nicht vorher hätten abbrechen müssen, hieß es hinterher übereinstimmend.

Offensichtlich hatte es bei der Benachrichtigung der Leitstelle oder erst später in Halberstadt einen Übermittlungsfehler gegeben. Dort war augenscheinlich davon ausgegangen worden, dass ein Gefahrguttransporter auf der B6 verunglückt sei und hatte dementsprechend sehr viel mehr Einsatzkräfte an die vermeintliche Unglücksstelle geschickt. Dieses massive Aufgebot an Rettungskräften war zum Glück aber zu keinem Zeitpunkt wirklich erforderlich.

 

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