Der gerade erst 65 gewordene Joachim Norenz wurde am Dienstag in der Harzlandhalle für seine 100. Blutspende ausgezeichnet. Carmen König erhielt ihre Auszeichnung für die 50. Spende

Ilsenburg. Irgendwann in den frühen 70-er Jahren hatte die Gattin von Joachim Norenz eine Einladung zum Blutspenden erhalten: "Meine Frau hat den Zettel gekriegt und ich bin gegangen." Das war die Premiere. Sie durfte damals aus gesundheitlichen Gründen gar nicht spenden und macht es bis heute nicht, aber er dafür um so regelmäßiger. Seit dem Dienstag steht in seinem gelben Spenderausweis die Zahl "101". Norenz: "Wollen wir doch mal ehrlich sein: Blut wird gebraucht." Zu DDR-Zeiten sei er Teil einer festen Gruppe von Dauerspendern gewesen: "Wir hatten das damals zweimal bezahlt bekommen, um uns anschließend dreimal kostenlos Blut abzapfen zu lassen." Er hat unterdessen auch den eigenen Nachwuchs überzeugt. Alle fünf Kinder sind regelmäßige Blutspender.

In den 1980-er Jahren war er nach den dramatischen Folgen einer an sich harmlosen Blinddarmoperation selbst auf fremdes Blut angewiesen. Da lag der Ilsenburger in einer Woche gleich vier Mal unterm Messer: "Das ging damals um Leben und Tod. Wer das erlebt hat, hat eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie extrem wichtig eine Blutspende im Notfall sein kann." Zwei Jahre danach wurde er sogar noch einmal operiert.

Hätte er nicht durch spätere Krankheiten öfter mal unfreiwillig pausieren müssen, wäre er mit der einhundertsten Blutspende sicher schon sehr viel früher "dran" gewesen. So lange, wie es gesundheitlich einigermaßen geht, will Norenz auch weiter diese DRK-Termine wahrnehmen.

Einen Präsentkorb für das 50. Spendenjubiläum gab es zeitgleich auch für Carmen König (53), Wachschützerin aus dem Walzwerk. Auch sie hatte bereits vor über 25 Jahren ihre erste Blutspende. Die Schichtarbeiterin war anfänglich nur neugierig, welche Blutgruppe sie überhaupt hat und wie das Ganze so abläuft. Dann sei sie einfach dabeigeblieben. Und das, obwohl sie selbst noch nie auf fremdes Blut angewiesen war: "Ich habe schlichtweg ein gutes Gefühl, wenn ich Anderen auf so problemlose Art und Weise helfen kann." Ganz am Anfang, während der fünften Blutspende, sei sie einmal aus den "Latschen gekippt" und fand sich sofort auf einer Liege wieder. Seitdem ist das aber nie wieder passiert.