Für den "Tag der offenen Tür" der Blankenburger Bundeswehr im September laufen die Vorbereitungen. Spektakuläre Rettungen im Fels wird die Bergwacht Thale zeigen.

Von Andreas Bürkner

Blankenburg. Mit Fuchsschwanz und Handfeger bewaffnet seilten sich gestern einige Frauen und Männer hinter der Umzäunung des Bundeswehr-Sanitätshauptdepots an einer Felswand ab. Das wundersame Geschehen der Mitglieder der Bergwacht Thale am steilen Sandsteinfelsen direkt über dem Stolleneingang diente nicht einer echten Bergung, sondern der Erkundung des Geländes.

Erst sind die Köpfe der Rettungskräfte hoch oben über der Wand zu entdecken, dann fallen Seile an den Felsen herab. Nach kurzer Zeit schwingen sich die Rotjacken hinab. "Das sind alles Vorbereitungen für unseren ¿Tag der offenen Tür‘ am 10. September", erklärt Depotchef Hartmut Berge. Neben vielen anderen Attraktionen sollen auch die Vorführungen der Spezialisten für die Bergrettung für großes Interesse bei den Besuchern sorgen.

Für die älteren Thalenser ist es sogar die Rückkehr zu einem ihrer einstigen Lieblingsfelsen in der Region. Schließlich sind sie meist auch begeisterte Bergsteiger. "Bis Mitte der 1970er-Jahre haben wir hier oft geübt", erinnert sich Jens Kowalewski, der Chef der Thalenser Bergwacht. "Erst dann übernahm die Nationale Volksarmee das Areal und wir wurden ausgesperrt."

Logischerweise müssen sich nicht nur sie, sondern auch die jüngeren im Team erst wieder mit den Bedingungen vertraut machen. Schließlich sollen die gefährlichen Übungen im September auch gelingen und keine unliebsamen Überraschungen passieren. Deshalb werden Äste und Zweige aus der Bahn entfernt, Schmutz beseitigt und die Festigkeit des Gesteins geprüft. Andere erkunden die Zuwegung bis zum Felssockel. "Von dort erfolgt der Abtransport der Unfallopfer", erläutert Kowalewski. "Allerdings müssen wir während der Vorführung den Stolleneingang aus Sicherheitsgründen sperren", betont Berge. Bei ihm laufen alle Fäden der Organisation für das Fest zusammen.