Wernigerode. Anwohner und vor allem Radler ärgern sich über nicht wenige Autofahrer, die verbotenerweise von der Degenerstraße aus durch die Promenade düsen und damit andere gefährden. Immerhin ist die Promenade offiziell eine Fahrradstraße. Autos dürfen nur von der Schönen Ecke aus hineinfahren. Stadträtin Renate Goetz (CDU) und auch ihre Fraktionskollegin Angela Gorr sehen die Promenade als neuralgischen Punkt und fordern mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt.

Amtsleiter Gerald Fröhlich wartete zur jüngsten Stadtratssitzung mit Zahlen auf: In den vergangenen zwölf Monaten habe es lediglich zwei Unfälle an der Promenade gegeben. "Beide ohne Beteiligung von Radfahrern", erklärte er. "Ansonsten sind uns keine weiteren Vorfälle bekannt."

Auch wenn sein Amt mit dem eigenen Blitzer-Fahrzeug inzwischen "an die Überwachungsgrenze" stoße, werden seine Mitarbeiter nicht nur in Sachen Promenade tätig. Demnächst werde ein neues Gerät zur Verkehrszählung angeschafft. "Damit erhoffen wir uns eine objektive Betrachtung der Verkehrsverhältnisse in der Stadt", so Fröhlich. Mit dem Gerät könne genau ermittelt werden, wieviele Fahrzeuge und mit welchen Geschwindigkeiten sie bestimmte Straßen passieren, die gemeinhin als Unfallschwerpunkte ausgemacht werden.

Doch als Schwerpunkte werden von Polizei und Ordnungsbehörden nur solche Punkte bezeichnet, an denen gehäuft Unfälle mit Verletzten zu beklagen sind. "Streng genommen haben wir demnach in Wernigerode nur einen: die Krankenhauskreuzung", erklärte der Amtsleiter auf Volksstimme-Nachfrage.

"Fußgängerüberweg wird geprüft"

Allerdings werde das neue Gerät in den kommenden Wochen gehäuft im Stadtgebiet eingesetzt: Schwerpunkte seien die Nöschenröder Straße, die Kanzleistraße und die Steinbergstraße. Auch Unter den Zindeln auf Höhe des Westerntorbahnhofs soll es konkrete Zahlen liefern, wie oft die Geschwindigkeit dort tatsächlich überschritten wird.

Probleme gebe es derweil am Altenröder Felde, wo es keine geeignete Stellfläche für den städtischen "Blitzer" gebe. Immerhin kontrolliere die Polizei dort öfter. Eine Lösung im Sinne der Beschäftigten sowie der Eltern und Kinder wäre das Errichten eines Fußgängerüberwegs. Fröhlich: "Dafür sind allerdings bestimmte Kriterien zu beachten, die von uns geprüft werden."

Abwartend äußerte sich der Ordnungsamtschef zu den von Christian Härtel (Die Linke) monierten Problemen im Rahmen der baustellenbedingten Umleitung der Friedrichstraße über Lüttgenfeldstraße und Pfälzergasse. "Die Situation ist nicht befriedigend, aber es sind keine weiteren Probleme mehr aufgetreten", erklärte Fröhlich. Außerdem gebe es kaum Alternativen zu dieser Streckenführung.