Deutschlands beste Schülerköche kommen aus Wernigerode (wir berichteten). Beim Bundesfinale des Erdgaspokals in Erfurt setzten sich vier Schülerinnen der Thomas-Müntzer-Schule gegen die starke Konkurrenz aus elf anderen Bundesländern durch.

Wernigerode/Erfurt. Forellenzöpfe, Schokotropfen, Schattenmorellen. Wahrscheinlich träumen Shanna-Maria Pukanjuk, Antonia Schlegel, Lisa Marie Hopstock und Lena Gerecke schon von diesen Köstlichkeiten. Seit Anfang dieses Schuljahres trainieren die vier Nachwuchsköchinnen – perfektionierten ihr Menü "Kulinarische Ferienerlebnisse" im Laufe der Monate geradezu. Dass es die Schülerinnen der Wernigeröder Thomas-Müntzer-Schule damit bis ins Bundesfinale des Erdgaspokals in den Erfurter Messehallen schaffen würden – dass sie gar zum Sieger gekrönt werden, damit hätte im August wohl keiner von ihnen gerechnet.

"Ja, es ist wahr, wir sind die besten Schülerköche Deutschlands." – Ein wenig ungläubig klingt Betreuerin Martina Fölsch beim Telefongespräch mit der Volksstimme. "Wir müssen das Ganze erst mal verarbeiten." Bereits am Sonntag waren die Kochtalente nach Erfurt gereist, hatten Gelegenheit, die Wettkampfstätte kennenzulernen. In der Nacht hätten die Mädchen dann kein Auge zugetan – so groß war die Aufregung. Am Montag Mittag fiel der Startschuss für den Erdgaspokal. Die besten Teams aus zwölf Bundesländern wetteiferten an den Kochtöpfen gegen-einander. "Kochen vor Publikum – daran mussten sich meine Schützlinge erst einmal gewöhnen." Aber dann lief alles wie am Schnürchen.

Spannend wurde es noch mal am Ende des zweistündigen Wettbewerbs. "Die kleinen Kuchen sind ziemlich spät fertig geworden und gingen dann auch noch kaputt", erinnert sich Martina Fölsch. Mit etwas Melisse und ein wenig Puderzucker wurde das kleine Malheur kaschiert. Begeistert hätten die Juroren neben Shanna gestanden, als sie den Fisch ausnahm. "Sie konnten gar nicht glauben, wie gut dem Mädchen das von der Hand ging." Und das Zuckergitter mit Schokotropfen – die Fachjury zeigte sich angetan.

Dennoch – die vier Schülerinnen waren zunächst pessimistisch, hätten die Messehalle am liebsten noch vor der Siegerehrung verlassen. Martina Fölsch hatte ein anderes Gefühl. "Ich habe mir den zweiten oder dritten Platz ausgemalt – aber die Konkurrenz war wirklich stark."

"Kribbelstimmung vor der Siegerkür"

Auch Sozialdezernent Andreas Heinrich, der mit nach Erfurt gefahren war, rechnete sich Erfolgschancen für die Sekundarschülerinnen aus. Aber einen Sieg? "Kurz vor der Kür der Gewinner herrschte eine unglaubliche Kribbelstimmung", so Heinrich. Und als die vier schließlich zum Sieger gekürt wurden, sei der Jubel riesengroß gewesen. "Wie alle anderen war ich total überrascht und habe mich richtig gefreut."

Am Abend feierten die Mädchen ihren Triumph in einem italienischen Restaurant. Endlich einmal nicht selbst kochen! Den Dienstag verbrachten sie – dank der Unterstützung der Stadtwerke – noch in Erfurt, besichtigten den Dom und den Petersberg.

Und wie wird die Stadtverwaltung den Sieg der Müntzer-Schülerinnen würdigen? "Wir planen auf jeden Fall einen großen Empfang", verrät Andreas Heinrich. "Und wenn der Stadtrat zustimmt, dürfen sich die Mädchen ins Goldene Buch der Stadt eintragen."