Wenn Touristen derzeit ans Tor des Besucherbergwerks "Drei Kronen Ehrt" klopfen, dann vergeblich. Es ist zu. Sogar die letzten Führungen sind seit Mai gestoppt. An der Widereröffnung wird jedoch gearbeitet. Ab Juli sollen "Büchenberg" sowieso und "Drei Kronen Ehrt" Gäste begrüßen.

Elbingerode. Unterschrieben wurde am Dienstag ein Vertrag zwischen der Arbeitsförderungsgesellschaft Harz (AFG) und der Firma Büchenberg.

Gudrun Mehnert und Ralf Melzer als die Chefs beider Einrichtungen gaben mit ihrem Namen ein weiteres Wegstück frei, damit im Besucherbergwerk "Drei Kronen Ehrt" tatsächlich auch Besucher begrüßt werden können. Denn das ist längst überfällig.

Am 1. April sollte eigentlich schon mit dem vollen Führungsbetrieb begonnen werden. Zuvor war "Drei Kronen Ehrt" im Frühjahr 2010 geschlossen worden, ging das Team zum Sparbetrieb über und der Förderverein in Liquidation (wir berichteten). Jüngster Termin für die Wiedereröffnung war nun Anfang Mai.

Doch die Schwierigkeiten um Eigentum und Bergbaurechte, Investitionen und Verantwortlichkeiten seien größer als gedacht, so Gudrun Mehnert. Zwar wurde mit der Stadt Elbingerode und der "Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben" sowie mit der AFG und der Büchenberg-Firma ein zukunftsträchtiges Modell erarbeitet, doch die Tücken der Bürokratie kosteteten Zeit. Genehmigungen hier, Anmeldungen dort.

Deshalb gingen alle bisherigen Wiedereröffnungstermine den Bach oder den Schacht runter. Kürzlich mussten wegen einer ausgelaufenen Genehmigung auch die letzten Führungen in "Drei Kronen Ehrt" eingestellt werden, während im "Büchenberg" Zulauf herrscht.

"Mit diesem Vertrag sind wir wieder einen Schritt weiter in Richtung Wiedereröffnung", zeigten sich Mehnert und Melzer am Dienstag einig und optimistisch. Am 2./3. Juli, soll "Drei Kronen Ehrt" öffnen.

"Unser Betriebsplan dafür steht ja seit Februar, wir brauchen jetzt die letzten OK‘s der Behörden, es sieht endlich gut aus", so Ralf Melzer. Er sieht viel Potenzial, um die Unterschiedlichkeit beider Bessucherbergwerke unter einem Dach zu vermarkten. Sie würden sich sogar gut ergänzen: Grubenbahn hier – behindertengerechter Zugang zu allen Schätzen dort, rustikaler Tscherperraum hier – Barbarastübchen dort. "Zusammen präsentieren beide Bergwerke den Harzer Bergbau eines ganzen Jahrhunderts, von 1900 bis 2000", schwärmt Melzer. Seine Büchenbergfirma hat seit längerem zwei Leute für "Drei Kronen Ehrt" eingestellt. Zwei weitere vom einstigen Team sollen hinzukommen.

Etwa 30 000 Besucher hatte jedes Bergbaumuseum pro Jahr, die sollen wieder erreicht werden, so Gudrun Mehnert und Ralf Melzer. Diesmal müsse es auch gelingen, meinten sie, denn am 9. Juli rollt die Rübelandbahn mit Dampflok an und bringt speziell bergbauinteressierte Gäste, die mit einem Shuttle zum "Drei Kronen Ehrt" gebracht werden. Da wäre es doch jammerschade, wenn sie auch vor einem verschlossenem Stollen stünden wie jetzt manche Touristen.

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