Für 210 000 Euro erhält Wernigerödes Sylvestrikirche eine Schönheitskur. Dachreparatur, Putzarbeiten an den Mauerkronen, Renovierung des Innenraums und mehr – bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Wernigerode. Sie ragt aus dem ältesten Teil von Wernigerode empor – die Sylvestrikirche. Nicht etwa Orgelklänge hallen derzeit durch die altehrwürdigen Mauern. Es sind Klopfgeräusche und Hammerschläge, die die Geräuschkulisse rund um das Gott-eshaus bestimmen. Sehr zur Freude von Pfarrerin Cornelie Seichter und den Mitgliedern der Gemeinde St. Sylvestri und Liebfrauen, die die weitere Sanierung der Kirche herbeigesehnt hatten.

"Wir lassen in den nächsten Wochen das Dach des nördlichen Seitenschiffs und der Fürstenloge sanieren", informiert die Pfarrerin. Zuvor sei ein Holzgutachten erstellt worden. "Wir rechnen mit Schwamm und anderen Schädlingen im Holz." Nach der Sanierung soll das Dach mit Bitumen neu gedeckt werden – und nicht wieder mit Schiefer. "Das hat mit dem Gewicht zu tun", erläutert Cornelie Seichter. Gerade im Winter, wenn tonnenweise Schnee auf der großen Dachfläche liegt, laste ein großes Gewicht auf dem Unterbau. Die Verwendung von Bitumen, die mit der Denkmalbehörde abgestimmt sei, verringere diese Last.

"Vorn trocknet das Holz aus, von hinten kommt die Kälte"

Die Dachtraufen werden ebenfalls ausgebessert. "Diese Arbeiten sind nötig, weil sich dort das Wasser sammelt." Von den Mauerkronen hätten sich da, wo die Dachkonstruktion aufliegt, im Laufe der Zeit Steine gelöst. Diese beschädigten Stellen werden gleichzeitig repariert.

Auch rund um die Orgel wird gearbeitet. "Wir lassen die Zwischenwand verstärken, um die Temperaturunterschiede zwischen der geheizten Kirche und dem Turm zu verringern." In der kalten Jahreszeit werde das Gotteshaus auf 14 bis 15 Grad geheizt. Hinter der Orgel würden dagegen Temperaturen im Minusbereich herrschen. "Das ist manchmal ein Unterschied von bis zu 20 Grad. Von vorn trocknet das Holz aus, und von hinten kommt die Kälte." Nicht gerade sehr verträglich für ein sensibles Musikinstrument wie eine Orgel. Diese werde übrigens im Juni komplett demontiert, gereinigt und repariert und erst zum Ende der Bauphase wieder eingebaut. Abschließend sei geplant, elektrische Leitungen neu zu verlegen und den Innenraum des Kirchenschiffs zu renovieren. Die Farbgebung werde noch nach Maßgabe der Denkmalbehörde und des Restaurators abgestimmt.

Kunstgüter wie der Altar oder Gemälde werden eingepackt beziehungsweise in der Sakristei eingelagert, so dass sie nicht beschädigt werden, sagt die Pfarrerin. Während der Arbeiten, die bis Ende des Jahres dauern, kann die Kirche übrigens nicht genutzt werden. Die Gottesdienste finden in der Liebfrauenkirche statt.