Wernigerode. Die Friedrichstraße (L 100) im Ortsteil Hasserode wird weiter ausgebaut. "Ich gehe davon aus, im Sommer rollen die Bagger an", erklärte am Mittwoch Karl-Heinz Daehre (CDU) bei einem Vororttermin im Gespräch mit der Harzer Volksstimme.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister hatte den Blitzbesuch erst tags zuvor angekündigt. Für rund 2,2 Millionen Euro soll demnach der Abschnitt zwischen Brückengasse und Kirchstraße wie geplant komplett saniert werden.

Daehre nutzte die Gelegenheit allerdings auch für deutliche Worte. Der Politiker: "Dass die Friedrichstraße schlimm aussieht, müssen mir keine Leute aus Wernigerode in der einen oder anderen Form sagen. Das weiß ich selber." Die Landesregierung habe in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit der Landesgartenschau viel für die bunte Stadt am Harz getan. Karl-Heinz Daehre: "Damals haben wir gesagt, danach kriegt ihr eine Atempause." Was das jetzt umzusetzende Vorhaben anbelange, so habe er immer zu seinem Wort gestanden. Vorbehaltlich des "Kleingedruckten", das da heiße Haushaltssperre und abzuwartende Steuerschätzung. Der Minister: "Das hat dazu geführt, dass wir in den ersten Monaten nicht reagieren konnten." Außerdem habe der extreme Winter dafür gesorgt, dass die Kosten für die Beseitigung der Schäden dreimal so hoch seien wie im Normalfall.

"Wir haben 90 Prozent des Geldes freibekommen. Das ist viel", erläuterte Karl-Heinz Daehre die für Wernigerode zum Positiven gewandelte Situation. Jetzt gehe es um die Feinabstimmungen mit der Stadtverwaltung. Ob der Start im August oder September erfolgen könne, sei deshalb noch offen. Auch die dann noch fehlenden Abschnitte würden umgesetzt, wenn dafür Baurecht vorliegt. Das sei momentan noch nicht der Fall.

Erleichtert über die gute Nachricht zeigte sich auch Angela Gorr. Die CDU-Landtagsabgeordnete hatte sich persönlich für die Sanierung der Friedrichstraße eingesetzt. Sie betonte, nie Zweifel am Versprechen ihres Parteifreundes gehegt zu haben. Besonders freue sie sich zudem für die in Hasserode engagiert wirkende Bürgerinitiative.

Karl-Heinz Daehre eilte nach einer knappen halben Stunde im Dienstwagen über den "Schlagloch-Sieger 2010" zu seinem nächsten Termin. Nicht ohne nochmals zu betonen: "Ich bin froh, dass wir das hingekriegt haben."