Seit gestern präsentiert sich der Ilsenburger Bahnhof wieder von seiner schönen Seite. Die Gerüste sind abgebaut, der rote Backstein dominiert nun die Ansicht. "Außen ist fast alles fertig, nun wird noch innen alles hergerichtet", erläuterte Michael Löwe vom Bauamt der Stadtverwaltung.

Ilsenburg. "Anfang August soll alles fertig sein", erklärte Michael Löwe vom städtischen Bauamt gestern Vormittag. Seit November 2008 wird der Ilsenburger Bahnhof von Grund auf saniert. Beim Besuch der Volksstimme vor Ort, entfernten Arbeiter gerade die letzten Teile der Gerüste. Die neue Fassade blitzte danach auch ohne Sonnenstrahl.

Etwa zwei Millionen Euro wird das ehrgeizige Projekt am Ende gekostet haben, 1,2 Millionen davon sind Fördergeld. Beschlossen wurde es zu einer Zeit, als von Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht die Rede war. Dann wurde das Geld knapp, doch förderrechtliche Verpflichtungen zwangen die Stadt dazu, das Vorhaben durchzuziehen. Dazu herrschte auch unter den politischen Parteien Einigkeit.

Während der Bauzeit gab es mehrfach Änderungen am Betreiberkonzept, denn nicht alle eingangs geplanten Ideen ließen sich verwirklichen. Wie es jetzt aussieht, wird es einen Betreibervertrag mit einer Person geben, die nach der Übergabe den Bahnhof managt. Wer dies sein wird, wollte noch niemend verraten, denn der dazu nötige Vertrag werde noch verhandelt, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Nach der Fertigstellung soll der Empfangsbereich für Ausstellungen und ähnliches genutzt werden. Dazu gibt es im Obergeschoss eine Ferienwohnung und vier Hotelzimmer. Im Erdgeschoss sind zudem ein Bistro und ein Backshop geplant. Im flachen Anbau neben dem roten Backsteingebäude ist eine Markthalle vorgesehen, die auch als solche genutzt werden soll.

Im Innern des Bahnhofes sind momentan die Trockenbauer, Elektriker, Maler und Fliesenleger aktiv. Sie werden die kommenden Monate nutzen, um auch innen alles zur Einweihung herzurichten. In der ersten Augustwoche - vermutlich am 6. August - soll die Einweihungsparty steigen.

Übrigens: Für den ehemaligen Güterschuppen, der sich neben dem Bahnhof in Richtung Harzlandhalle befindet, wird noch ein Nutzungskonzept gesucht. Wer eine zündende Idee hat, wie das Bauwerk genutzt werden kann, der sollte sich bei der Stadtverwaltung unter der Rufnummer (03952) 840 melden.