Für Bürgermeister Hanns-Michael Noll ist die Rückkehr der Dampflok 95 027 ein Glücksfall. Er möchte die Stadt zu einem Mekka für Eisenbahnfans werden lassen – in Ergänzung zu den Harzer Schmalspurbahnen. Doch dazu müssen die Museumsloks in Blankenburg auch fahren.

Blankenburg. "Es kann nicht Zweck sein, dass die Lok bei einem Verein im Schuppen steht. Sie muss auch eingesetzt werden", sagte gestern Bürgermeister Hanns-Michael Noll. Der leidenschaftliche Eisenbahnfan habe sich riesig gefreut, dass die Dampflok 95027 nun wieder nach Blankenburg zurückgekehrt ist, kritisierte aber auch die scheinbar fehlende Strategie, dieses historische Gefährt einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

"Bisher gibt es keine Planung, obwohl das Angebot der Traditionsgemeinschaft 503708 steht, zu Pfingsten Führerstands- und Betriebsfahrten für beide Lokomotiven abzusichern. Diese Chance sollte nicht vertan werden", sagte Noll in Richtung der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB). Es sei für ihn völlig unverständlich, dass es noch keine Termine und Fahrpläne für die 95-er Lok gebe. Dabei sei aus seiner Sicht das öffentliche Interesse riesengroß. Er selbst habe bereits Anfragen aus England und Holland konkret zum Einsatz dieser Lok gehabt. "Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt wieder fährt", so Noll.

Mit den Dampfloks 95027 und 503708 sowie zwei denkmalgeschützten E-Loks der Baureihe 171 habe Blankenburg exzellente Voraussetzungen, ein wahres Mekka für Eisenbahnfans zu werden. "Wir haben die große Chance, hier ein zweites touristisches Standbein zu schaffen. Nicht in Konkurrenz, sondern in Ergänzung zu den Schmalspurbahnen. Doch dazu gehört eine vernünftige Vermarktung und ein vernünftiger Fahrplan", erklärte Noll. Die Stadt sei bereit, die HSB zu unterstützen. Er favorisiert allerdings einen eigenen Bahnbetrieb direkt vor Ort in Kooperation mit dem Forschungs- und Entwicklungswerk (FEW), der Havelländischen Eisenbahn (HVLE) und dem Brücke-Verein.