Wernigerode. Sie hielten sich mit Superlativen wie das Schönste, Beste und Größte nicht zurück. Sie, das waren zehn Musikexperten aus aller Welt, die beim 1. Internationalen Klavierwettbewerb in der Jury saßen und voll des Lobes über Wernigerode und das künstlerische Niveau der Teilnehmer waren.

Der Wettstreit mit dem Namen " Neue Sterne " wurde von Donnerstag bis Sonntagabend im KiK-Saal des Harzer Kultur- und Kongresshotels ausgerichtet und mit der festlichen Preisverleihung sowie dem Konzert der fünf Finalisten gekrönt. Besonders beeindruckend das Können der 22-jährigen Siegerin Tamar Beraia aus Georgien und des 25-jährigen Zweitplatzierten, Gintaras Janusevicius aus Litauen.

Trotzdem, für den Initiator, Ausrichter und Juryvorsitzenden Albert Mamriev sei, wie er sagte, " ein Traum in Erfüllung gegangen ". Für den Dozenten an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover hätte es " keine bessere " Veranstaltungsstätte geben können als den " wunderbaren Konzertsaal mit der schönen Bühne und den Rückzugsmöglichkeiten ", das Hotel mit dem " professionellen Personal " und die " hübsche kleine Stadt mit der erholsamen Umgebung ". Deshalb zeigte sich der 35-jährige Erfolgspianist, der in Moskau und Tel Aviv studiert und gewirkt hat, überzeugt : " Ich möchte gern diesen Internationalen Klavierwettbewerb weiter in Wernigerode ausrichten, schon 2011 wiederkommen. "

Ein herzliches Dankeschön richtete Mamriev an die Schirmherrin Gerda Rohde aus Hannover, die Sponsoren, Stadtverwaltung und besonders an das Kulturamt sowie die Jurymitglieder, darunter Christian Fitzner. Der Musikdirektor des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode gehörte wie auch Oberbürgermeister Peter Gaffert, Sozialdezernent Andreas Heinrich und Orchester-Fördervereinschef Uwe Heuck zu jenen, die sich über die gelungene Premiere sehr freuten. Gaffert : " Wernigerode ist als Chorstadt bekannt. Mit dem Wettbewerb könnten wir als Klavierstadt weltweit berühmt werden. " Solch eine erstklassige Leistungsschau " ist für all unsere Musikschüler und Musikgymnasiasten hoch interessant und Motivation zugleich ", meinte Heuck. Christian Fitzner begrüße die Fortführung außerordentlich und wolle sie sogar unterstützen : " Mein Vorschlag, eine Wettbewerbsrunde von unserem Orchester zu begleiten, ist sehr wohlwollend aufgenommen worden. So etwas kann nicht jede Stadt bieten. " Andreas Heinrich wies darauf hin, wie wichtig es sei, dass die Stadtverwaltung den KiK-Saal weiter nutzen könne. Der Vertrag mit dem Hotel läuft zum Jahrenende aus, ein neuer wird gegenwärtig diskutiert ( wir berichteten ).

Zwei Orchestermusiker, die ebenfalls an eine Fortsetzung dieses spannenden wie anspruchsvollen Wettbewerbs interessiert seien, sind Barbara und Thomas Toppel. Ihr Projekt, die Villa Russo als internationale musische Begegnungsstätte zu nutzen, habe erstmals großen Anklang gefunden. 13 der 25 Teilnehmer aus 16 Ländern wohnten in der Villa. " Es war einfach klasse, zumal wir auch die Siegerin in unserer Obhut hatten ", schwärmte Barbara Toppel und fügte hinzu : " Tamar Beraia ist eine beeindruckende Pianistin. In ihrem Lebenslauf wird nun auch der Wettbewerbssieg von Wernigerode stehen. Darauf können wir alle stolz sein. "