Anderthalb Jahre nach den ersten Aktivitäten ist die Gründung perfekt. Am Rande der Ilsenburger Maifeier wurde der Museumsförderverein in der Harzlandhalle aus der Taufe gehoben. Ideen für Projekte, die über das bloße Sammeln von Gegenständen weit hinaus gehen, scheint es reichlich zu geben.

Ilsenburg. Es ist geschafft - Glückwünsche von Bürgermeister Denis Loeffke an die Adresse der Vorsitzenden Monika Wohlgemuth zur Vereinsgründung. Kaum zu glauben : 71 Vereine gibt es damit zwischen Darlingerode und Ilsenburg insgesamt. Loeffke zeigte sich ganz überrascht von der Vielfalt und Menge der jetzt schon gesammelten Exponate.

Die Besonderheit im Fall des Museumsfördervereins : Die Mitglieder wüssten schon gern, wo sie künftig ihr Domizil haben. Diesbezüglich bremste Loeffke aber die Spekulationen und Erwartungen in Richtung der Räume der Stadtbibliothek. Im übrigen sei das auch nur eine der möglichen Varianten.

Ungeachtet dessen werden längst Ideen am Fließband " aus dem Hut gezaubert ". Herbert Schneevoigt : " Die unvollständige Kreuzigungsgruppe ( Volksstimme berichtete ) wird bis spätestens in einem Jahr wieder komplett sein ". Eine der lebensgroßen Figuren galt seit den 90-er Jahren als verschollen. Von deren Kopf fehlt bis heute jede Spur, was die Reproduktion als Nachguss kompliziert macht oder zumindest verzögert. Ein weiteres Projekt ist Professor Karl Oppermanns Idee von einem Industrielehrpfad quer durch Ilsenburg. Auch dies soll bis August abgeschlossen sein.

" Film von 1934 soll

an seinen Drehort

zurückgeholt

werden "

Erstmals tauchte eine ganz neue Idee Schneevoigts auf : Er will den 1934 in Ilsenburg gedrehten Heimatfilm " Grüß mir die Lore noch einmal " mit Maria Beling in der Hauptrolle, in die Stadt ( zurück- ) holen. Im Berliner Filmarchiv ist er diesbezüglich ( mit zumindest einer Filmrolle ) schon fündig geworden. Dieser für die Stadt sicher sehr wertvolle " Schmachtfetzen " könnte in eine künftige Heimatstube integriert werden, so die Intention Schneevoigts. Entgegen kommt dieser Idee, dass sowohl Gestühl als auch die antiquierte Kameratechnik aus dem alten Ilsenburger Kino seinerzeit sichergestellt wurden.

Zudem soll dem bekannten Heimatmusiker Rudolf Bollmann irgendwann einmal eine eigene Ausstellung gewidmet werden. In diesem Zusammenhang ist an die Etablierung eines Harzer Heimatabends gedacht.

Vereinsvorsitzende Monika Wohlgemuth : " Unser Verein will nicht ausschließlich altes Mobiliar sammeln. Es geht um Ilsenburg im Wandel der Jahrhunderte. Dazu suchen wir noch an der reichen Geschichte der Stadt interessierte Personen, aber selbstverständlich auch Gegenstände oder Dokumente. " Und in der Tat : Mit jedem Generationswechsel drohen wertvolle Zeitzeugnisse der Stadtgeschichte unwiederbringlich verloren zu gehen, weil sie entweder gar nicht bekannt sind oder für die Nachfahren keinerlei Bedeutung mehr haben – für einen Museumsverein aber sehr wohl.