In der Nordharzregion richten sich in diesen Tagen die Blicke vieler Storchenfreunde gen Himmel. Der Frühjahrs-Vogelzug nähert sich seinem Ende, doch von Weißstörchen war bislang nicht viel zu sehen. Adebar scheint nicht einmal die bereits vorgefertigten Horste in Veckenstedt annehmen zu wollen.

Veckenstedt. Auch in diesem Jahr scheint es keinen Storchennachwuchs im Nordharz zu geben.

In den vergangenen Wochen wurden auch nur ganz wenige Weißstörche beobachtet. Und diese liegen schon gut drei Wochen zurück. Ein Vogel wurde auf dem Horst im Zentrum der ehemaligen Nordharz-Stadt Derenburg gesehen. Etwa zur gleichen Zeit beobachteten Anwohner einen Storch in der Grovesmühle bei Veckenstedt. In beiden Fällen wurden die "Wohnungen" offenbar nur genutzt, um sich von den Reisestrapazen zu erholen. Vielleicht war es sogar das gleiche Tier. Der bereits bekannte, und vor zwei Jahren auch für einige Wochen genutzte Horst auf dem Dach der Veckenstedter Grundschule am Kirchplatz blieb in diesem Frühjahr bislang storchenfrei.

Wegen des langen Winters reisen die großen Vögel in diesem Jahr ohnehin etwas später in Mitteleuropa ein. Doch auch die im fernen Südafrika überwinternden Tiere sind so langsam fast alle zurück. Der bekannte "Lotto-Storch" Albert schwebte in der vergangenen Woche wieder in Loburg ein.

Um den Nordharz scheinen alle Rotschnäbel aber einen großen Bogen zu fliegen. Selbst in Mahndorf bei Derenburg, dort sind Störche seit kurzem wieder Stammgäste, ist in diesem Jahr erst ein Tier zurückgekehrt. Doch es gibt auch Hoffnung. Die verbreitet der Rohrsheimer Experte und ehrenamtliche Storchenbetreuer des Landkreises Harz, Georg Fiedler. In Hedeper, einem niedersächsischen Ort an der Kreisgrenze zwischen Wolfenbüttel und dem Altkreis Halberstadt, hat sich auch in diesem Jahr erneut ein Paar niedergelassen. Im Vorjahr schlüpften dort erstmals seit vielen Jahren wieder Junge. "Das ist zumindest ein gutes Zeichen, dass sich auch neue Paare in der Vorharzer Region niederlassen. Vielleicht nehmen sich andere Weißstörche daran ein Beispiel", hofft Fiedler, der schon im Winter an der Volksstimme-Storchenfahndung im Raum Ilsenburg beteiligt war. Damals entpuppte sich der vermeintliche Adebar allerdings als ein - ebenfalls seltener - Silberreiher.

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