Soll der Mietvertrag für den KiK-Veranstaltungssaal verlängert werden oder nicht? Mit dieser Frage setzte sich der Wernigeröder Kulturausschuss auseinander. Am Ende der Sitzung herrschte Einigkeit: Ja, aber mit Halbierung der Anzahl der Nutzungstage und mit 30 000 Euro Ersparnis.

Von Ivonne Sielaff

Wernigerode. Zum 31. Dezember läuft der Vertrag der Stadt mit dem Harzer Kultur- und Kongresshotel für die Nutzung des KiK-Saals aus.

Um den gebeutelten Stadthaushalt um rund 30 000 Euro zu entlasten, soll die Anzahl der Nutzungstage um die Hälfte – also auf 30 Tage im Jahr – reduziert werden, so der Vorschlag der Verwaltung. Die Laufzeit des neuen Vertrages soll fünf Jahre betragen. Schon bei der Sitzung des Kulturausschusses im April sorgte das Thema für reichlich Diskussionsstoff (wir berichteten). Die Meinungen reichten von "die Kulturstadt Wernigerode braucht den KiK-Saal" (SPD, CDU) bis zu "wir kündigen den Vertrag und mieten uns nur bei Bedarf das KiK" (Linke).

Dieser Vorschlag der Linken war bei der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses wieder vom Tisch. Eine Arbeitsgruppe habe inzwischen "ausgiebig miteinander gerungen" und sich zum Thema "vehement ausgetauscht", fasste Ausschusschefin Angela Gorr (CDU) zusammen. Nun herrsche Klarheit: "Wir haben uns auf 30 Nutzungstage und fünf Jahre Laufzeit verständigt – wie von der Verwaltung vorgeschlagen", so Gorr. "Auch wenn", ergänzte sie, "ich den Vertrag nicht auf fünf Jahre festsetzen würde. Das ist zu lang."

30 Tage, das sei sehr knapp, gab Sozialdezernent Andreas Heinrich zu bedenken. Immerhin miete die Stadt das KiK für eine Fülle von Veranstaltungen für die Allgemeinheit (siehe Infokasten). Er hoffe inständig, dass die "Kultur der Stadt nicht stranguliert wird, nur um 30 000 Euro zu sparen". Bei 30 Tagen im Jahr könne man kaum von einer Strangulierung der Kultur sprechen", warf Prof. Gisela Holicki (Linke) ein. Heinrich entgegnete: "Ich meinte, wenn der Vertrag gänzlich gekippt würde."

Holicki regte zudem an, auch kleinere Säle, wie die Hochschul-Mensa oder den Marstall, als Veranstaltungsorte ins Auge zu fassen. Außerdem schlug sie vor, die Vertragslaufzeit auf zwei Jahre zu reduzieren. "Mit Option auf Verlängerung."

Heinrich Hamel (SPD) hörte "mit Freude", dass die Bereitschaft bestehe, mit dem Hotel über das KiK zu verhandeln. Wie auch Michael Wiecker. Beide befürworteten ebenso die Nutzung von kleineren Sälen. "Allerdings", so Hamel, "frage ich mich, ob die 30 Nutzungstage und die 30 000 Euro Einsparung tatsächlich kompatibel sind. Aber das werden die weiteren Verhandlungen zeigen."

Dann rief Angela Gorr zur Abstimmung. Sechs Ausschussmitglieder votierten mit Ja. Nur Gisela Holicki und Dieter Kabelitz (Linke) stimmten dagegen. "Es ist schon verwunderlich, wenn man einen Änderungsantrag stellt und dieser nicht berücksichtigt wird", beschwerte sich Holicki. Sie hatte nämlich die Reduzierung der Vertragslaufzeit auf zwei Jahren vorgeschlagen. Angela Gorr zuckte mit den Schulter und entgegnete: "Sie hätten es noch einmal sagen müssen." Der Antrag könne ja im Stadtrat erneut gestellt werden.

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