Ein Würfel, der es in sich hat. Auf den sechs Seiten stehen Informationen und Aufgaben, speziell für Kinder, die so das Schloss Wernigerode spielend erkunden können. Erfinder ist der 19-jährige Maximilian Schmidt, auf dessen Einfallsreichtum sein Meister, Schlossherr Christian Juranek, sehr stolz ist. Im August präsentiert der Wernigeröder seinen Info-Würfel landesweit.

Wernigerode. Es ist nichts Spektakuläres "und doch einfach genial". Geschäftsführer Christian Juranek geriet sofort ins Schwärmen, als er bei einem Volksstimme-Besuch die neueste "Errungenschaft" auf Schloss Wernigerode vorstellt.

Es ist kein Kunstschatz aus Gold oder Silber, sondern ein ganz normaler kleiner Würfel aus Plastik. Der Quader hängt, an einem Stahlseil befestigt, an der Informationstafel eines Ausstellungsraumes "und weckt 100-prozentig die Neugier jedes Kindes", ist sich Maximilian Schmidt sicher. Der 19-Jährige ist der Erfinder, obwohl er sich selbst so nicht nennen möchte. "Ideengeber", gefalle ihm besser.

Als das geklärt ist, beginnt der Wernigeröder, der seit Herbst vergangenen Jahres bei der Schloß GmbH ein Freiwilliges Kulturelles Jahr (FKJ) absolviert, seinen Info-Würfel zu erläutern. Der junge Besucher nimmt ihn in die Hand, dreht ihn und wird durch die Punkte auf den Seiten automatisch beim Lesen auch geleitet. Auf den gelben Flächen stehen einfach und klar formulierte Informationen, auf den schwarzen Aufgaben und Lösungen.

Beim Rundgang praktiziert Maximilian Schmidt die einfache Handhabung und liest die Texte vor: Auf den Würfelseiten eins bis fünf wird das Billardspiel Karambol erläutert, zumal in dem Raum ein großer Billardtisch steht. Dann die "Sechs", eine Aufforderung zum Mitmachen: "Such die Wappentiere der Fürstenfamilie Stolberg-Wernigerode hier im Raum." Und der Zusatz: "Die Antwort gibt es auf dem nächsten Würfel in der Halle."

Christian Juranek schmunzelt, hat die Szenen, die sich nun abspielen, schon erlebt. Die pfiffigen Knirpse entdecken schnell Hirsch und Forellen in den Glasfenstern, "andere gehen erstmal luchsen und rennen dann zurück, um sich die Lösung anzuschauen." Aber auch das Hin und Her sei gewollt, "denn die Kinder sollen selbständig und spielerisch das Museum erkunden", ergänzt der 19-Jährige. Er habe sich genau dieses Thema für seine Projektarbeit, die für jeden FKJ-ler Pflicht sei, ausgewählt.

Ein halbes Jahr habe er daran getüftelt, seine Erfahrungen bei Führungen mit jungen Besuchergruppen verwendet. "Die Umsetzung ist einfach genial", lobt der Geschäftsführer. Es wurde nicht noch ein Schild aufgestellt, der Würfel passt vom Design ausgezeichnet und fügt sich ästhetisch hervorragend ein. "Und", so Juranek weiter, "die Kosten sind schmeichelhaft". Verwendet wird ein handelsüblicher Fotowürfel für 1,49 Euro das Stück, Schrift und Grafik hat der 19-Jährige am PC selbst entworfen. Bislang sind vier Wissens-Würfel fertig, im August sollen es zehn sein. Dann wird der Wernigeröder seine Projektarbeit auch in Magdeburg vor einem großen Publikum präsentieren, zum Abschluss des Freiwilligen Kulturellen Jahres. Übrigens