Mit den Gegenstimmen der Linke-Fraktion beschloss der Kreistag am Mittwochabend, die Stadt Thale, sollte sie den Zuschlag für die Ausrichtung des 114. Deutschen Wandertages 2014 erhalten, finanziell zu unterstützen.

Halberstadt. Der Harzklub hatte Erfolg bei seiner Bewerbung um den Deutschen Wandertag in vier Jahren. Da er als Verein selbst nicht Ausrichter sein darf, muss er sich auf seiner nächsten Jahreshauptversammlung Ende April zwischen zwei Städten als Austragungsort entscheiden : Thale im Harzkreis oder Bad Harzburg imKreis Goslar.

Dem Kreistag lag eine Beschlussvorlage zur Unterstützung von Thale vor, ergänzt durch einen Änderungsantrag, der vorbehaltlich die Entwicklung der Haushaltsjahre 2011 bis 2014 im Kreis einbezieht sowie einen Finanzierungsplan von der Stadt Thale fordert. Sollte die Kleinstadt am Fuße des Hexentanzplatzes den Zuschlag erhalten, erhielte diese von 2011 bis 2014 jährlich bis zu 20 000 Euro Unterstützung von der Kreisverwaltung.

Was nach einer formalen Abstimmung klingt, löste eine unerwartete Debatte aus. Carsten Nell ( Linke ) meldete im Namen seiner Fraktion rechtliche Bedenken an. " Wir als Fraktion habennichtsgegendenWandertag und auch nichts gegen freiwillige Leistungen im Allgemeinen ", sagt Nell. Doch die Tatsache, dass Landrat Michael Ermrich ( CDU ) auch Vorsitzender des Gesamtharzklubs sei und dieser, laut Vorlage, am 24. April über den Austragungsort entscheiden werde, lasse Bedenken aufkommen, so Nell.

CDU-Fraktionschef Thomas Balcerowski hatte sich als Bürgermeister von Thale – völlig korrekt – als befangen erklärt. Als Ermrich jedoch die Bedenken hörte, zeigte er sich mehr als verwundert. " Als Landrat bin ich in vielen Gesellschaften und Vereinen Vorsitzender beziehungsweise in Leitungsgremien tätig. So wäre ich ja faktisch bei fast allen wichtigen Entscheidungen, die den Harzkreis betreffen, befangen und müsste mich enthalten ", entgegnete der Chef der Kreisverwaltung dem Linke-Fraktionschef. Doch Ermrich bewies auch Humor : " Ich bin zurzeit ohnehin im Urlaub. Die fünf Minuten der Abstimmung nehme ich nun zusätzlich frei ", sagte der Landrat und verließ, ebenso wie Balcerowski, den Innenraum als " befangen ". Ludwig Hoffmann ( SPD ) ist ein Mann, der etwas von Deutschen Wandertagen versteht. Als Ex-Oberbürgermeister von Wernigerode durfte er 1996 die 98. Auflage dieses Großereignisses vorbereiten und miterleben. Hoffmann warb vehement dafür, Thale zu unterstützen. Das bundesweite Treffen der Wanderfreunde sei ein unvergleichbarer Höhepunkt im Leben einer Stadt. Der Deutsche Wandertag sei bedeutender als der Sachsen-Anhalt-Tag, unterstrich Hoffmann, verwies auf Synergieeffekte für die heimische Wirtschaft für und den Tourismus in der gesamten Harzregion. Hoffmann war es auch, der auf ein gründliches Lesen der gesamten Vorlage hinwies. Darin stehe nämlich, dass der Harzklub als zuständiger Gebietsverein seinen Bewerber lediglich nominiere, die Entscheidung über die Vergabe jedoch auf der Delegiertenversammlung des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine erfolge.

Trotz der Gegenstimmen steht fest : Thale, sollte es den Zuschlag erhalten, wird vom Harzkreis unterstützt.