Das Philharmonische Kammerorchester ist vor 61 Jahren gegründet worden. Die Harzer Volksstimme veröffentlicht die Chronik in Auszügen.

Wernigerode. Das neue Jahrtausend begann für das Philharmonische Kammerorchester mit einer Reihe unterschiedlichster Konzerte. So z. B. das 4. Gemeinschaftskonzert im März mit der Kreismusikschule im Kultur- und Kongresszentrum und das Eröffnungskonzert zum 2. Harzchorfest mit " Carmina Burana " in der Sporthalle " Unter den Zindeln " im Mai.

Große Sinfoniekonzerte fanden in Hildesheim und Wernigerode, ein Oratorienkonzert in Osterode und ein Sinfoniekonzert in Schöningen statt. Am 9. Juni dirigierte Musikdirektor Christian Fitzner mit Schaffnermütze und Kelle das Kammerorchester am Westerntorbahnhof. Weiter stand das Eröffnungskonzert des Wernigeröder Rathausfests auf dem Programm.

Ein besonderer Höhepunkt im Jahr 2000 waren zwei Konzerte mit " Beatles Inspirationen " – Bearbeitungen bekannter Beatles-Songs für Orchester, Band und Gesang.

Im April fand in Wernigerode die 5. Landes-Kulturkonferenz statt. Musiker, Bibliothekare und Museumsmitarbeiter konnten den Worten des Kultusministers Gerd Harms entnehmen, dass sich das Land nicht aus seiner Verantwortung für den Kulturbereich stehlen will. Gegenüber Fitzner erklärte der Minister seine Bereitschaft, für die 5. Schlossfestspiele die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Bürger sammeln für das Ensemble

Wegen knapper Kassen hätten die Schlossfestspiele jedoch fast abgesagt werden müssen ; bis Anfang Mai war das Opernprojekt in Frage gestellt. Erst die Stadtwerke als Hauptsponsor sicherten durch einen erheblichen Beitrag den Anlauf des Projektes ; weitere Sponsoren waren Firma Rautenbach, Hasseröder Brauerei, Hagebaumarkt, Teutloff-Bildungszentrum, die Volksstimme, Kreissparkasse und Industriebau Wernigerode. Auch die Bevölkerung half mit Spenden über das Konto " Schlossfestspiele ".

Das Eröffnungskonzert der 5. Wernigeröder Schlossfestspiele fand am 29. Juli im Schlossinnenhof statt, die Premiere " Entführung aus dem Serail " am 11. August ; weitere fünf Vorstellungen folgten. Zum ersten Mal waren alle Vorstellungen ausverkauft. In den Jahren darauf folgten ebenso erfolgreiche Opern wie " Tosca ", " Eugen Onegin ", " Der Liebestrank ", " Zar und Zimmermann ", " La Traviata ", " Falstaff ", " Die Zauberflöte " und " Cosi fan tutte ".

Eine Besonderheit stellten die 13. Schlossfestspiele im Jahr 2008 dar : gleich zwei große Projekte kamen zur Aufführung, so die Oper " Orfeo ed Euridice " von Gluck und als Gegenstück die heitere Operette " Orpheus in der Unterwelt " von Offenbach. 21 Spieltage mit insgesamt 29 Veranstaltungen außerdem vier Mal die Soiree zu Glucks Musik " Die Franzosen werden Sie lieben, mon cher ... " und vier Mal die musikalisch-theatralische Führung durch die Ausstellung über Napoleon III.

Seltsame Kulisse und leere Sitze

Als Familienprogramm hatte die Dramaturgin Ulrike Gondorf eine kindgerechte Oper " Höllisches Abenteuer " nach Vorlagen der Operette " Orpheus in der Unterwelt " vorbereitet. Von Glucks Oper wurde eine CD produziert.

Äußerst gewöhnungsbedürftig war für viele der Besucher die Kulisse – ein breites und sehr hohes ( schwarz gestrichenes ) Baugerüst ; von den Kostümen der Darsteller konnte man absolut nicht auf die vom Regisseur besetzten Rollen schließen. Dies und die doch sehr hohen Eintrittspreise waren gewiss die Ursache für die vielen leer gebliebenen Sitzreihen.

120 Konzerte und 26 500 Besucher

Viele Kinderprojekte wie beispielsweise die getanzten musikalischen " Crimicals " um das Schlossgespenst " Werni " mit der " RM-Balance-Dance-Company " Blankenburg und etwa 65 Akteuren, die Opern " Hänsel und Gretel " ( 2009 ) und " Bühne frei für Papageno " ( 2009 ) waren hingegen bei Groß und Klein allseits beliebt.

Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode gab im Jahr 2000 120 Konzerte, das bedeutete eine Steigerung von 16 Prozent gegenüber 1999. Insgesamt wurden 26 500 Besucher registriert.