Das aktualisierte Einzelhandels- und Zentrenkonzept für Wernigerode liegt vor. Auf 108 Seiten werden die Stärken der bunten Stadt am Harz, aber auch deren Reserven analysiert. Ziel ist es, die Zukunft der bestehenden Anbieter zu sichern und gleichzeitig " Wildwuchs " zu vermeiden.

Wernigerode. Bereits seit 2001 existiert ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept für die Stadt. Weil es zwischenzeitlich Änderungen im Baugesetzbuch gegeben hat, musste das Papier aktualisiert werden, erläuterte Oliver Behrens vor dem Wirtschaftsausschuss.

Der Projektleiter der beauftragten Gesellschaft aus Ludwigsburg hat dazu mit seinem Team 11 000 Kunden befragt. Der Großteil wohnt in Wernigerode und den Ortsteilen. Nur wenige stammen aus dem Raum Halberstadt bzw. Quedlinburg. Bis 2015 wird sich die Bevölkerung hier um 4,2 Prozent verringern. Das bedeutet laut Behrens einen Verlust an Kaufkraft von 2,1 Prozent. Derzeit gibt es 393 Betriebe mit 90 480 Quadratmeter Verkaufsfläche. Dabei besonders erfreulich ist deren hoher Anteil in der City mit 19 800 Quadratmeter ( 21,9 Prozent ). Ebenso positiv gestaltet sich das Verhältnis zwischen Umsatz und Kaufkraft. Oliver Behrens : " 100 wäre Gleichgewicht. Sie haben 140. "

Reich gesegnet sind die Wernigeröder mit Lebensmittelläden. Der Projektleiter : " Da gibt es bis 2017 so gut wie keinen Entwicklungsspielraum. " Und : " Das heißt aber nicht, dass keine Ansiedelung mehr möglich ist. " Letzteres gilt vor allem für die Friedrichstraße in Hasserode. Deren Einzugsgebiet ist bislang in diesem Segment unterversorgt. Ebenso besteht Handlungsbedarf in punkto Aufwertung der Supermärkte im Stadtfeld bzw. Harzblick.

" Den Ochsenteich sehe ich kritisch "

Der Experte : " Im Vergleich zu ähnlichen Städten steht Wernigerode hervorragend da. Ein vernünftiger Branchenund Betreibermix ist hier gegeben. " Ein größerer Markt direkt im Zentrum wäre zwar wünschenswert. Der bräuchte allerdings 6000 bis 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche und 120 Parkplätze. Oliver Behrens : " Den Ochsenteich dafür sehe ich kritisch, weil er räumlich territorial nicht mehr dazugehört. " Die Kundenströme würden umgeleitet. Deshalb sollte sich besser auf die City konzentriert werden. Eine wichtige Ergänzung könnte im Übrigen ein Elektronikmarkt mit überregionaler Ausstrahlung sein. Das Fazit des Projektleiters : " Es muss für die Sortimente eine Wernigerode-Liste geben, nicht irgendeine. "

Burkhard Rudo betonte, mit dem Konzept ein wichtiges Instrument in der Hand zu haben. Damit lassen sich der vorhandene Bestand an Handelseinrichtungen schützen und " Wildwuchs " verhindern. Der Baudezernent : " Wir können regulierend auf private Investitionen einwirken. "

Eine Empfehlung für die Vorlage wurde vom Wirtschaftsausschuss noch nicht abgegeben. Sie soll zuvor noch in den Fraktionen beraten werden.