Das Kfz-Kennzeichen " WR " ist kein Auslaufmodell, es soll bleiben. Diese Idee unterstützt die bundesweite " Heilbronner Initiative " für mehr Freiheit bei der Kennzeichenwahl und ist im Wernigeröder Rathaus auf Zustimmung gestoßen. Mitte April werden die Bürger befragt.

Wernigerode. Nichts gegen " HZ ". Doch warum nicht auch weiter " WR "? Wenn es nach der Stadtverwaltung geht, dann ja. Auf den Gedanken, das mit der Kreisgebietsreform zum 1. Juli 2007 ausgelaufene " WR " zu stoppen und zu erhalten, " sind wir durch Professor Ralf Borchert gekommen ", sagt Rathaus-Pressesprecher Andreas Meling.

" Städte mit eigenem Auto-K ürzel werden anders eingeordnet, sie sind im Vorteil "

Borchert, Dekan der Fakultät für Wirtschaft an der Hochschule in Heilbronn, hat eine deutschlandweite Initiative gegründet, die sich für den Erhalt und die Wiedereinführung der durch Kreisreformen auslaufenden und abgeschafften Kfz-Kennzeichen widmet. Als Vorbild wird das Hanauer Modell angeführt : In der Stadt Hanau gilt " HU ", im übrigen Landkreis Main-Kinzig " MKK ".

Andreas Meling frohlockt, sieht im Geiste wieder viel mehr " WR " -Kennzeichen Werbung fahren. Bestes Beispiel, dass die Identifikation mit der bunten Stadt am Harz und dem Altkreis Wernigerode nach wie vor sehr stark sei, " ist die Buchstabenkombination " HZ – WR " auf den Schildern, " die ja wohl schon ausverkauft sind ", so der Pressesprecher.

Im Rathaus war schnell klar : Die charmante Idee des Heilbronner Professors wird unterstützt. Meling : " Es ist eine Chance, das ‘ WR ‘ -Kennzeichen zu behalten, die wir nutzen wollen. " In erster Linie als Marketing-Instrument, denn " WR " ist eine Marke, die weitergeführt werden sollte.

Mit genau diesen Argumenten wirbt auch der Professor für seine Initiative : " Die Bedeutung des Kfz-Kennzeichens wird viel zu oft unterschätzt. " Über das Kürzel ist der Name einer Stadt oder Region beständig präsent, können der Tourismus, die Wirtschaft und selbst Ansiedelungen angekurbelt werden. Borchert weiter : " Städte mit eigenen Kfz-Kennzeichen werden anders eingeordnet, sie sind im Vorteil. "

350 Briefe hat Borchert an Bürgermeister in ganz Deutschland geschrieben. " Über 100 haben sich für die Unterstützung der Initiative bereiterklärt ", weiß Meling. " Wir haben jetzt einen regen Briefwechsel, sind auch schon über den weiteren Ablauf des Forschungsprojektes von der Hochschule Heilbronn informiert worden. "

Am 20. April, einem Dienstag, werden Studenten nach Wernigerode kommen und die Bürger zu diesem Thema befragen. Die Ergebnisse sollen in eine Kurzstudie einfließen, die bis Juni erstellt und veröffentlicht wird. Wenn die Resultate eine gemeinsame Offensive rechtfertigen, soll in etwa einem halben Jahr ein Kongress stattfinden. Auf diesem würden die nötigen rechtlichen und politischen Schritte für eine Veränderung erörtert werden. Kosten entstehen für die beteiligten Städte keine, versichert der Heilbronner Professor in seinem Schreiben.

" Kein Bekenntnis

gegen ‘ HZ ‘, wollen

auch nicht den

Harzkreis spalten "

Andreas Meling ist gespannt, was die Umfrage bringt und betont : Beim Erhalt des " WR " - Kennzeichens " geht es nicht darum, den Landkreis zu spalten ". Auch " HZ " habe seine Berechtigung als Werbeträger für den Harz. Mit der Kennzeichenliberalisierung stehe vielmehr das Bekenntnis zu Wernigerode im Fokus. Und sollte es durch die Initiative die Möglichkeit geben, mehrere Kennzeichen in einem Landkreis offiziell zu führen, " sind wir dabei ", freut sich Andreas Meling, nicht uneigennützig. Denn im Fuhrpark des Rathauses tragen noch mehrere Dienstfahrzeuge das beliebte " WR ".