Wernigerode. Kann Wasser zu Stein werden ? Warum bin ich einmalig ? Und wie entwickelt man eigentlich eine Lok am Computer ? Mit diesen spannenden Fragen dürfen sich die Teilnehmer der Kinderakademie Harz ( KAZ ) in Wernigerode beschäftigen. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Probelauf beging die KAZ vergangene Woche ihre Gründungswoche.

Schon jetzt blicken die Organisatoren des Internationalen Bundes auf einen gewaltigen Erfolg zurück. Bereits im Probesemester im Herbst 2009 nahmen über 130 Kinder aus 28 Orten an den Seminaren, Kursen, Workshops und Exkursionen teil. Dem offiziellen Start im Sommersemester 2010 steht nun nichts mehr im Wege.

Ziel der Organisatoren ist es, so viele Jungen und Mädchen wie möglich zu vereinen - unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund oder ihrer Bildung. Noch immer werden Paten gesucht, die Sozialschwächeren die Seminare ermöglichen können. " Wir möchten einen Ort für informelle und freie Bildung schaffen, an dem die Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten und ihrem individuellen Tempo lernen können ", sagt Ines Kühnel, Geschäftsführerin des Internationalen Bundes in der Friedrichstraße und Organisatorin der KAZ.

Das Programm, welches die Teilnehmer zwischen 6 und 14 Jahren erwartet, ist vielfältig : Statt in Vorlesungen zu sitzen, werden die Mini-Studenten dazu animiert, sich in Themenräumen zu bewegen.

Die Kinder der ersten bis vierten Klasse der Francke-Grundschule sind an diesem Morgen die Tester der Räume. Mit großen Augen verfolgen sie, wie ein Apfel Strom erzeugen kann, wie viele Häute eine Zwiebel hat oder wie sich Schaumstoff an den nackten Füßen anfühlt. Wer schon etwas mehr überlegen möchte, darf sich vorstellen, wie es wäre, für einen Tag Angela Merkel zu sein. Für Fragen und Antworten steht den Kleinen an jeder Station ein Mitarbeiter des Internationalen Bundes zur Seite.

" Wichtig ist, dass die Kinder keinen Leistungsdruck erleben und die Versuche, wenn sie misslungen sind, jederzeit wiederholen können ", so Ines Kühnel. Auch Erfolgserlebnisse seien wichtig. Deshalb bekommt jeder ein kleines Studienbuch, hier können Veranstaltungen eingetragen werden. Am Ende des Sommersemesters werden dann verschiedene " Abschlüsse " erworben. Vom Bachelor bis KAZ-Professor ist alles möglich. " Wir wollen jetzt richtig durchstarten ", sagt Kathrin Becker, die die Veranstaltungen für das Sommersemester 2010 organisiert.