Reddeber. " So viele Probleme kann es hier nicht geben, so tipp-topp wie der Ort aussieht. " Angela Gorr hatte vor dem " Politischen Frühschoppen " des CDU-Stadtverbandes in Reddeber am Sonntag extra noch eine Dorfrunde gedreht.

Vor gut 20 Interessenten zeigte sich die Vorsitzende angetan von dem Gesehenen. Dem pflichtete Uwe-Friedrich Albrecht bei. Wernigerodes Stadtratspräsident vermerkte unter anderem, dass der neue Ortsteil nicht nur intakt, sondern auch " sehr stolz " ist. Nur deshalb hatte es so lange gedauert, bis die Reddeberaner bereit waren, ihre Selbständigkeit aufzugeben. Zudem besitzt die Stadt nach dem Abriss des Salzbergtals in der " Reddeburg " endlich wieder einen " urigen Saal ".

Dass die Bewohner nicht gänzlich sorgenfrei sind, berichtete Detlef Rothert. Das Mitglied des Ortschaftsrates : " Bei der Planung des neuen Industriegebietes sind wir mit der Hauptwindrichtung betroffen. " Und : " Das brennt doch einigen auf der Seele. "

Horst Schädel, von 1991 bis 2006 Bürgermeister, ließ die Entwicklung Reddebers seit der politischen Wende Revue passieren. Der heutige Ortschronist : " Wir waren ein Kuhbauerndorf mit Schotterstraßen und sieben Telefonen. " Er und sieben, acht Parteilose sowie jeweils einer von LDPD und CDU hatten sich damals zusammengesetzt und gefragt : " Was machen wir daraus ?" Denn : " Wir hatten alle keine Erfahrungen. " 40 Mal, so Schädel, war er damals nach Magdeburg gefahren und nach einem Jahr mit 4, 8 Millionen Mark Förderung zurückgekehrt. Die damit mögliche Erschließung des 30 Hektar gro-ßen Gewerbegebietes mit 15 Firmen bildete dann die Grundlage dafür, " dass Geld reinkommt ". Damit wurden alle zwölf Straßen saniert, Abwasser-, Erdgas- und Telefonnetz verlegt. Horst Schädel : " Seit 1995 ist die Infrastruktur in Ordnung. " Dann stand die Aufgabe, sich um die fünf Vereine und die Feuerwehr zu kümmern. Heute haben Schützen, Sportler, " Fun-Club ", Kleingärtner und Rassegeflügelzüchter jeder sein eigenes Heim. Die Gebäude müssen aber künftig besser genutzt werden, befand der Alt-Bürgermeister.

Michaela Lehmann als Mitglied des städtischen Sozialausschusses schlug daraufhin vor, das Gremium sollte eine seiner nächsten Sitzungen nach Reddeber verlegen und dann zu Beginn die Kindertagesstätte besichtigen. Laut Schädel ist das eine gute Idee, handelt es sich doch um eine der wenigen Einrichtungen ihrer Art " mit aufsteigender Tendenz ". Waren es 1990 um die 35 Kinder, so sind es heute zwischen 55 und 60.

Nach gut anderthalb Stunden angeregter Diskussion sah Angela Gorr sich in ihrem eingangs geschilderten Eindruck bestätigt. Reddeber ist für Wernigerode rundum ein Gewinn, waren sich auch die anderen Teilnehmer einig. Die Christdemokraten zeigten sich außerdem zufrieden darüber, dass die seit Jahren gängige Frühschoppen-Praxis weiter gepflegt wird, die Ortsteile zu besuchen. Angela Gorr : " Das war ein guter Start für 2010. " ( Übrigens )