Wernigerode. Es ist zwar noch eine Weile hin : Gerald Feldmann möchte aber nichts dem Zufall überlassen, wenn Wernigerodes ehrenamtliche Brandschützer 2014 ihren 150. Gründungstag feiern dürfen.

Der Leiter des Feuerwehrmuseums an der Steingrube bittet deshalb bereits jetzt um Hilfe. Gesucht werden historische Urkunden, Fotos und handschriftliche Aufzeichnungen, speziell der damaligen Nöschenröder und Hasseröder Wehr. Feldmann : " Nur zur Einsicht und um sie mir gegebenenfalls zu kopieren. " In Chronik klaffen " riesengroße Lücken ". Der Wernigeröder : " Es gibt zwar das ‘ Intelligenz-Blatt ‘ von damals, aber das erweist sich als eher unergiebig. " So ist z. B. vom Verbandstag 1926 nur ein halbseitiger, sehr allgemein gehaltener Artikel zu finden gewesen. Zeitweise war mit den Überlieferungen schlagartig Schluss, wie u. a. mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Gerald Feldmann : " Da geht es erst 1919 mit einer Versammlung weiter. " Gleiches gilt für die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Das Protokollbuch endet 1938. Erst von 1945 stammen die nächsten Einträge.

Das Gründungsdatum 9. Juli 1864 ist nach Angaben des Museumschefs " relativ sicher ". Es geht auf eine Polizeiverordnung des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode zurück, der die Rechte und Pflichten der ehrenamtlichen Brandbekämpfer festschrieb. Gleichzeitig gab es ein zweites solches Papier zum Verhalten der Bürger im Falle eines Feuers.

Feldmann weiß von Stimmen, die behaupten, Wernigerodes Wehr sei sogar noch älter. Er ist sicher : " Sie beziehen sich wohl auf den 27. September 1863. " Damals hatte sich der Feuerwehrverein mit Sitz in Nöschenrode ein Statut gegeben. Ziel war die Bildung einer aktiven Riege von Brandbekämpfern.

Dass 1864 letztlich aber doch das richtige Datum ist, dafür spricht u. a. eine Festschrift von 1914. Damals hatten die Wernigeröder vom 27. bis zum 29. Juni den 50. Geburtstag gefeiert. Unter der Schirmherrschaft von Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode mit Empfängen, Konzerten, Ausfahrten und anderem mehr.

Wer die Spurensuche von Gerald Feldmann unterstützen möchte, kann sich im Feuerwehrmuseum Steingrube 3 zu den Öffnungszeiten donnerstags von 14. 30 bis 16. 30 Uhr und sonnabends zwischen 14. 30 und 17 Uhr unter Telefon ( 0 39 43 ) 60 11 31 melden. Gerald Feldmann ist schon sehr gespannt. Offen ist unterdessen bislang, wie das Jubiläum gewürdigt wird. Der Museumschef : " Ich kann noch nicht sagen, was 2014 genau passiert. "