Die Nationalparkverwaltung überarbeitet derzeit ihre Wegeplanung. Im Sommer soll der Entwurf öffentlich diskutiert werden, nachdem es intern bereits erste Abstimmungen gegeben hat. Die Linke im Harzer Kreistag fordert, auch der Umweltausschuss sollte sich mit diesem für den Tourismus wie den Naturschutz gleichermaßen wichtigen Thema befassen.

Wernigerode. " Ich bin mir sicher, der neue Wegeplan ist nichts Geheimes. Eine öffentliche Debatte, auch bei uns im Kreistag, nützt den Menschen und der Natur. " Der Ilsenburger Linke-Politiker André Lüderitz begründete gestern gegenüber der Volksstimme, warum seine Fraktion heute im Kreistag diesen Wegeplan thematisieren wolle.

Die Linke-Fraktion wirbt um Zustimmung dafür, dass der Entwurf für den überarbeiteten Plan im Kreis-Umweltausschuss öffentlich vorgestellt und diskutiert werden soll.

Lüderitz zeigt sich überzeugt, " nur eine intensive Teilhabe an der Mitgestaltung ermöglicht eine breite Akzeptanz ". Diese sei auch erforderlich, weil der Nationalpark plane – planen müsse – sein Angebot an Forststraßen und Wanderwegen weiter zu verringern. Lüderitz erklärt, aus der Geschichte der vormals getrennten Schutzgebiete heraus gäbe es " ein erhebliches Ungleichgewicht an Wegen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ". Reduziere die Parkverwaltung das Wegeangebot insgesamt, " dann sind wir im Harzkreis davon überproportional betroffen ", schätzt er ein.

Für den Ilsenburger ist das Ganze " ein hochsensibles Thema ", speziell in Ilsenburg, dort gäbe es auch " schlechte Erfahrungen " mit dem ersten, noch heute gültigen Wegeplan.

Daraus leitet der Kreistagsabgeordnete die Forderung seiner Fraktion ab : Öffentliche Diskussion des Wegeplanes in der nächsten Sitzung des Kreis-Umweltausschusses.

Mehr Wildnis das Ziel
Im Sommer, so Nationalparksprecher Friedhart Knolle, werde erstmals ein Entwurf für das veränderte Wegenetz im Nationalpark vorgestellt. Das, was derzeit diskutiert werde, sei quasi der Entwurf des Entwurfs. Rund 150 Beteiligte ( Kommunen, Verbände, Vereine ) hätten bereits die Möglichkeit einer ersten Stellungnahme gehabt. Diese Hinweise und Kritiken – aufgenommen in fünf regionalen Veranstaltungen – würden jetzt in den tatsächlichen Entwurf des Wegeplans eingearbeitet. Ziel sei, so Knolle, einvernehmliche Lösungen zu finden. Im Juni werde der Wissenschaftliche Beirat darüber tagen, das offizielle Anhörungsverfahren dann im Sommer beginnen.

Dass das Wegeangebot im Nationalpark verringert werde, kündigte Knolle bereits an : " Weniger Forstwirtschaft, mehr Ruhezonen für das Wild und damit mehr Wildnis, das ist unser erklärtes Ziel. "

Landrat Michael Ermrich reagierte auf den Linke-Vorstoß reserviert : " Wir als Behörde sind um Stellungnahme gebeten worden, nicht der politische Raum. " Der CDU-Politiker im Volksstimme-Gespräch : " Öffentliche Debatten zum Nationalpark sind wichtig. Nur, es gibt im Moment keinen Entwurf für einen neuen Wegeplan, also können wir darüber auch nicht diskutieren. "