" Zwischen Kohlenstaub und Grubenlampe " heißt ein neues touristisches Angebot. Es richtet sich vor allem an Urlauber, die an Geschichte und Bergbau interessiert sind. Bei der Prässentation äußerten die Teilnehmer Zuversicht, dass die gesamte Harzregion von diesen Erlebnisreisen profitieren könnte.

Wernigerode. Der Harz bietet mehr als nur Wanderurlaub. Davon sind auch die Anbieter eines neuen touristischen Angebotes überzeugt, mit dem sie mehr Urlauber, die an der Geschichte und dem Bergbau interessiert sind, in den Harz locken wollen. " Zwischen Kohlenstaub und Grubenlampe " heißt das Projekt für zwei neue Erlebnisreisen, die im Gründungs- und Innovationszentrum vorgestellt wurden. Mit Unterstützung der Harz-AG, aber ohne staatliches Fördergeld, haben die Schaubergwerke in Elbingerode und Goslar, die Harzköhlerei am Stemberghaus bei Hasselfelde, die Fürst-Stolberg-Hütte Ilsenburg sowie die Seilbahnen von Thale ihr touristisches Potenzial gemeinsam mit mehreren

Drei- und Vier-Sterne-Hoteliers gebündelt und bieten ab sofort über ein Blankenburger Reisebüro für Gruppen die beiden vier Tage dauernden Touren an. Die " Eisentour " beinhaltet neben Übernachtung und Vollpension die Führung durch ein Bergwerk, den Besuch der Harzköhlerei, der Eisenmanufaktur sowie eine Stadtführung durch die historische Altstadt von Wernigerode. Die " Erztour ", bei der auch Goslars Rammelsberg besucht wird, weicht nur am ersten Tag von der " Eisentour " ab.

Im 18. Jahrhundert qualmten im Harz von Ostern bis Martini ( November ) um die 8000 Kohlenmeiler gleichzeitig. Daran erinnerte Prof. Dr. Dr. Horst Kurth aus Hasselfelde in seinem Vortrag zur Projektpräsentation. Er ermunterte die Partner mit verschiedenen detaillierten historischen Erläuterungen, dass der Harz mit seiner interessanten Industriegeschichte erlebnisreiche Aufenthalte bieten könne.

Der Wissenschaftler wandte sich an die zahlreich erschienenen Anbieter touristischer Leistungen sowie Vertreter von Tourist-Informationen und empfahl ihnen, die im Harz nur wenige Kilometer voneinander entfernten historisch gewachsenen Unternehmen stärker für die Gäste zu erschließen. Bisher schon vorhandene Angebote und neue würden, wie der Projektbegleiter Thomas Schatz ergänzend erläuterte, jetzt so komplex gebündelt, dass die Reiseveranstalter ein komplettes Vier-Tage-Paket mit Gutscheinverrechnung erhielten. Momentan richte sich dieses Angebot nur an Gruppen, es soll für Einzelreisende erweitert werden. Er kündigte außerdem noch an, für diese Erlebnistouren umfassend auch auf Reisemessen zu werben. Einige Buchungen erwarten die Akteure noch für dieses Jahr. Sie sind aber realistisch genug, erst im Jahr 2011 nennenswerte Erfolge vorweisen zu können.

Auswertung kann erst 2011 erfolgen

Auch Landrat Michael Ermrich zeigte sich überzeugt, dass mit diesen Erlebnisreisen eine Marktlücke geschlossen werden könne. Die Verbindung von Natur mit der Industriegeschichte mache den Harz auch für jüngere Leute interessanter.

Der Friedrichsbrunner Hotelier Stefan Marcinkowski, der von Anfang an das länderübergreifende Projekt unterstützt, ist zuversichtlich, dass der gesamte Harz von den Erlebnistouren profitieren werde. Regina Schirmer, Leiterin der Blankenburger Tourist-Information, sagte zu dem Vorhaben : " Einfach toll ". In die Touren auch die Fragmente der Erzbergbahnen mit einzuschließen, empfiehlt Blankenburgs Bürgermeister Hanns-Michael Noll.