Ob Geburt, Heirat oder Straftat – das Ordnungsamt der Stadt Oberharz ist jedesmal gefragt. Etwa 100 Einwohner sprechen täglich in diesem Bereich der Verwaltung persönlich vor, er gilt als Schnittstelle von Verwaltung und Bürger. Außerdem: 70 Paare werden pro Jahr verheiratet – im Haus oder einzigartig unter der Erde.

Hasselfelde/Stadt Oberharz (bfa). "Wir sind der Bereich, der am meisten und direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern zu tun hat", umreißt Ordnungsamtsleiter Roland Krebs sein Arbeitsgebiet. Denn praktisch alles, was von Stiege und Allrode, das mit verwaltet wird, bis nach Elend und Benneckenstein hin im öffentlichen Raum passiere, fuße auf Vorschriften und sei damit ein Fall fürs Ordnungsamt.

"Rund 100 Oberharzer werden täglich in Elbingerode und Hasselfelde im Amt begrüßt", erläutert Krebs weiter. In Benneckenstein werde so eine Anlaufstelle noch geschaffen. Zum Ordnungsamt gehöre das Einwohnermeldewesen ebenso wie die Betreuung der Parkplätze in allen derzeit elf Orten. Das Amt ist zuständig für Geburts- und Sterbeurkunden, Bußgeldbescheide, Baumfällungen, Genehmigungen für Osterfeuer und den Nichtraucherschutz. Auch 1236 Gewerbemeldungen vom Ein-Mann-Betrieb bis zu den Felswerken werden im Ordnungsamt bearbeitet. Ebenso die Genehmigungen für rund 150 sogenannte Sonderveranstaltungen pro Jahr, die für die Bürger längst Gewohnheit sind: Walpurgis, Osterfeuer und Ähnliches.

Polizeiaufwertung und Hochzeit in der Höhle

Unverzichtbare, enge sowie gute Partner des Ordnungsamtes Oberharz, darauf legt Krebs besonderen Wert, sind die Feuerwehr und die Polizei. Das Amt ist zum Beispiel zuständig für die insgesamt rund 350 Feuerwehrleute der Stadt Oberharz, für deren Ausstattung und Löschwasserversorgung. Und die enge Zusammenarbeit mit der Polizei diene der Sicherheit der Bürger sowie auch der Ahndung von Straftaten. Die Polizeirevierstation ist praktischer Weise gleich beim Dienstleistungszentrum in Hasselfelde mit im Haus. Sie sollte aber nach Meinung der Verwaltung aufgewertet werden, da das Gebiet der Stadt zu großflächig und zergliedert sei.

Neben Straftaten oder zum Beispiel Hinweisen auf Probleme mit großen Hunden gibt es auch ausgesprochen schöne Dinge, die allerdings ebenfalls zu bearbeiten sind: Hochzeiten. Geheiratet wird in den Rathäusern von Benneckenstein, Hasselfelde und Elbingerode, aber auch unter der Erde in der Baumannshöhle und im Schaubergwerk "Büchenberg". Bald – so ist es jedenfalls geplant – auf Schloss Stiege. Derzeit geben sich rund 70 Paare pro Jahr das Ja-Wort in der Stadt Oberharz.

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