Das Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg hat auf zwei Dächern seines Standortes am Thie eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Der durch Sonneneinstrahlung erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Blankenburg. " Mit dieser modernen Solaranlage haben wir dem Krankenhausstandort Blankenburg die Krone aufgesetzt ", sagte Jörg Gardzella. Der Diplom-Ingenieur und Architekt, der seit Jahren mit dem Harz-Klinikum zusammenarbeitet und dabei auch die Aus-, Um- und Neubauarbeiten am Thie federführend betreut hat, ist sichtlich stolz auf das jüngste Projekt. " Wir haben schon seit längerem nach Lösungen gesucht, wie wir auch hier regenerative Energien nutzen können ", so Gardzella. Im Harz-Klinikum und mit der Stadt Blankenburg habe er gute Partner gefunden.

Gardzellas Geschäftspartner Andreas Krützfeldt erläuterte, dass Blankenburg von der Sonneneinstrahlung besonders begünstigt sei. " In Blankenburg scheint die Sonne öfter ", erklärte Krützfeldt. Damit sei auch die Ausbeute des durch die Photovoltaikanlage erzeugten Stroms höher – allein im Vergleich zu Halberstadt bereits zwischen acht und zehn Prozent.

Wie Dr. Peter Redemann, Geschäftsführer des Harz-Klinikums, informierte, werde der gewonnene Solarstrom in das Netz der Stadtwerke eingespeist. Das Krankenhaus steuerte neben der Idee die Dachflächen bei – die Solaranlage selbst gehört dem GK-Ingenieurbüro ( Groß Quenstedt ), das dafür rund 100 000 Euro investiert hat. Bei optimaler Sonneneinstrahlung erzeuge die Anlage bis zu 28, 5 Kilowatt Strom. Im Jahr liege der Ertrag bei etwa 25 650 Kilowattstunden. Damit könnten fünf Einfamilienhäuser komplett mit Strom versorgt werden. Im Vergleich mit einem modernen Gas-Blockheizkraftwerk können damit 5, 4 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden werden. Laut Gardzella soll die Anlage auch neue Erkenntnisse bringen : Weil ein Teil der Solarmodule auf einem Schrägdach und andere auf einem Flachdach montiert sind, können die Wirkungsgrade beider Konstruktionen unter gleichen Bedingungen langfristig direkt verglichen werden. Das Innovative : Alle Anlagenkennwerte werden mittels Datenfernübertragung an die Zentrale nach Groß Quenstedt übermittelt. Dort kann unter anderem jederzeit abgelesen werden, ob die Anlage fehlerfrei arbeitet und wieviel Strom sie produziert. Auf den beiden Krankenhausdächern kommen übrigens sogenannte monokristalline Module mit einem Wirkungsgrad von etwa 16 Prozent zum Einsatz – auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern.