Die Wogen zwischen der Stadt Ilsenburg und der Klosterstiftung scheinen sich wieder zu glätten. Das Kuratorium der Stiftung hat Bürgermeister Denis Loeffke zur Mitarbeit in dem Gremium eingeladen. Gleichzeitig wird in einer Erklärung versichert, das Kloster bleibe für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ilsenburg. Das Kuratorium der Ilsenburger Klosterstiftung hat Bürgermeister Denis Loeffke ( CDU ) angeboten, in seiner Funktion als Stadtoberhaupt in dem Gremium mitzuarbeiten. Das habe das Kuratorium in seiner jüngsten Sitzung in Berlin beschlossen. Wie in einer Pressemitteilung erklärt wird, solle die Stiftungssatzung dahingehend geändert werden, dass auch künftig der jeweilige Bürgermeister der Ilsestadt Mitglied des Kuratoriums werden könne. Voraussetzung sei, dass auch der Stadtrat dem zustimme. Die nächste Sitzung findet am kommenden Mittwoch, 24. März, statt. Danach wolle die Stiftung die notwendigen Schritte einleiten.

In dem Schreiben bedanken sich der Vorstand und das Stiftungskuratorium beim Land Sachsen-Anhalt, der Stadt Ilsenburg und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ( DSD ) für die großzügige finanzielle Unterstützung bei der Dachsanierung des Schlosses. Die DSD habe die Sanierung des Klosters in der Vergangenheit " bereits mit erheblichen Mitteln, aber auch mit Rat und Tat in denkmalschutzrechtlicher Hinsicht unterstützt ", heißt es in der Pressemitteilung. Deshalb sei sie auch mit der Abwicklung der anstehenden Bauarbeiten beauftragt worden.

Die momentan erkrankte Maria Fürstin zu Stolberg-Wernigerode, aber auch die Mitglieder des Kuratoriums, bringen in ihrem Schreiben ihr " ausschließlich ehrenamtliches Engagement zugunsten der Stiftung zum Erhalt eines wesentlichen deutschen Kulturgutes " zum Ausdruck. " Wirtschaftliche Interessen spielen keine Rolle ", heißt es wörtlich.

Wegen der persönlichen Aktivitäten sowie der weit entfernten Wohnsitze der einzelnen Kuratoriumsmitglieder sei der Gedanke abwegig, die Schlossanlage oder auch nur Teile davon privat zu nutzen. " Insofern kann von einem beabsichtigten Ausschluss der Öffentlichkeit keine Rede sein. Das sei auch zu keiner Zeit geplant gewesen ", weist die Klosterstiftung anderslautende Meinungen weit von sich.

Aus ihrer Sicht verbiete dies allein schon die Satzung der Stiftung, wo unter anderem " die Sanierung und Unterhaltung des Klosters Ilsenburg ... einschließlich seiner Außenanlagen und seine Öffnung für die Öffentlichkeit " festgeschrieben sei. Klar geregelt sei zum Beispiel die Öffnung des Klosters für Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Konferenzen, Vortragsreihen, Musikvorführungen und Hochzeiten.

Erinnert wurde gleichzeitig daran, dass im vergangenen Jahr der Anbau an das restaurierte Refektorium mit Toilette und Küche fertiggestellt wurde und seither der Öffentlichkeit für die verschiedensten Nutzungen zur Verfügung stehe. Die Stiftung verweist außerdem darauf, dass bis heute gemeinsam mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Klosters Ilsenburg Spenden von weit über 500 000 Euro gesammelt worden seien. Hinzu kämen Förderungen unter anderem durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Lotto Sachsen-Anhalt, die Landesregierung sowie die Ostdeutsche Sparkassenstiftung. Bei der Ilsenburger Kloster- und Schlossanlage handele es sich um ein Kulturgut von hohem Rang. Schließlich liegen dort die Wurzeln der Stadt. Insofern stelle das Ensemble einen erheblichen kulturellen Gewinn für die Region dar, nicht nur für Ilsenburg. Diesem Umstand hätten es die Bewohner letztlich zu verdanken, dass sich die jetzigen Investitionen langfristig wirtschaftlich für alle auszahlen dürften. Dieses " historische Pfund " sollte nach Ansicht und Überzeugung der Kuratoriumsmitglieder " nicht durch tagespolitische Streitigkeiten beschädigt werden ".

Zum jüngst erhobenen Vorwurf, Kuratoriumsmitglieder würden in Ilsenburg auch eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen, äußerte sich die Stiftung nicht. Ex-Bürgermeister Wilfried Obermüller hatte gegenüber der Volksstimme kritisiert, das ein Wolgaster Unternehmen ohne Ausschreibung einen Auftrag im Ilsenburger Schloss erhalten habe, das Detlef Hegemann gehöre. Dieser Detlef Hegemann gehöre bezeichnenderweise dem Kuratorium an, so Obermüller.

Wie die Stiftung stattdessen mitteilte, läge sowohl dem Kuratorium als auch den Ministerien ein Gesamtnutzungs- und Finanzierungskonzept vor, das jetzt der aktuellen Situation angepasst werde. Darum gehe es auch in der nächsten Sitzung in Ilsenburg, auf der es verabschiedet werden soll. Nach der Dachsanierung sei der Ausbau des Gebäudes zum Tagungsgästehaus geplant. Gegenwärtig würden bereits Gespräche mit potenziellen Betreibern geführt, versicherte die Stiftung.