Benzingerodes Schulmuseum bleibt vorerst am Rösentor 19. Darauf verständigte sich der Ortschaftsrat am Dienstagabend. Der von den Mitgliedern seit Jahren gewollte Umzug in die Schulstraße 4 ist damit aber nicht vom Tisch, sondern nur aufgeschoben. Er soll dann vollzogen werden, wenn sich Wernigerodes finanzielle Lage wieder entspannt hat.

Benzingerode. " Gehen Sie bitte davon aus, wir sind daran interessiert, das Schulmuseum zu erhalten ", eröffnete Rita Ahrens die Diskussion. Das hatte zuletzt auch der Kulturausschuss eindeutig bekräftigt, betonte die zuständige Amtsleiterin. Zusätzlich wird dies dadurch untermauert, dass die Einrichtung trotz angespannter Finanzlage und dadurch notwendiger Kürzungen von der Stadt unverändert mit 2100 Euro jährlich unterstützt wird.

Silvia Lisowski waren anschließend die fachlichen Erläuterungen vorbehalten. Das von ihr dazu entwickelte Papier ist aber nicht " als Gestaltungskonzept im engeren Sinne zu verstehen ". Die Leiterin des Harzmuseums Wernigerode : " Vorher müssen wir klären, wen wollen wir damit erreichen. " Ganz wichtig dabei : Die vorhandenen Stücke stammen tatsächlich aus Benzingerode.

Die Museumschefin hatte zwei Varianten erarbeitet. Nach der ersten könnte der Standort zunächst am Rösentor erhalten bleiben. Vorteile hier sind u. a. der entfallende Umzug und die Möglichkeit, durch die zusätzliche Nutzung des ehemaligen Lehrerzimmers " eine Entzerrung von Sammlung und Ausstellung " zu erreichen. Die Nachteile liegen hingegen bei der ungewissen Zukunft des Hauses, wenn die Wohnung im Obergeschoss einmal leer steht, der Sanierungsbedürftigkeit und den fehlenden Toiletten. Ebenso ungünstig sind das lange Vorheizen des Kanonenofens und Probleme bei der Renovierung. Dadurch könnte die bisher gewahrte Authentizität des 57 Quadratmeter großen Klassenzimmers verloren gehen.

Die Alternative wäre eine Verlagerung in die Schulstraße 4. Positiv ist hier laut Silvia Lisowski, dass in diesem Gebäude bereits Bibliothek, Ortsoberhaupt und Bürgerbüro untergebracht sind. Dafür spricht auch das vorhandene WC und fließendes Wasser, das am Rösentor ebenfalls fehlt. Als negativ bewertet die Museumsleiterin die zu erwartenden hohen Aufwendungen bei Rückbau und Neueinrichtung. Dadurch würde die Miete von jetzt jährlich 1600 Euro auf dann etwa 4500 Euro steigen. Gleiches gilt für die Heizkosten. Waren es bisher rund 100 Euro, so werden es künftig um die 1100 Euro sein.

Guido Hotopp ( Freie Wählergemeinschaft ) sprach sich dafür aus, es " wenn, dann mit einem Mal zu tun ". Aber : " Wenn wir keine Sponsoren finden, können wir uns das Ding für die nächsten fünf Jahre knicken. " Zweifel an den genannten Zahlen hegte Wilfried Pöhlert ( Linke ). Und : " Ich bin immer gegen Stückwerk gewesen. Das wird am Ende teuer. "

Ottmar Wolff befand hingegen, " ich kann damit leben ". Vorausgesetzt, so der ehrenamtliche Betreuer des Schulmuseums, der zusätzliche Raum wird von der Eigentümerin Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode wirklich zur Verfügung gestellt. Außerdem muss die Elektroanlage überprüft werden. Und schließlich dürfen Schiefertafeln und Griffel nicht auf ewig im Provisorium Rösentor 19 verbleiben.

Mit fünf Ja- bei zwei Nein-Stimmen ( Hotopp / Pöhlert ) votierte der Ortschaftsrat für den Kompromiss.