19 Museen und Galerien haben gestern zum 8. Wernigeröder Museumsfrühling ihre Pforten geöffnet. Die Besucherresonanz war hervorragend, bilanzierten die Organisatoren – und das trotz des nicht ganz so frühlingshaften Wetters.

Wernigerode. Seit acht Jahren geht der Beginn des Frühjahrs mit dem Wernigeröder Museumsfrühling einher. So öffneten gestern 19 Galerien und Museen in der Stadt und den Ortsteilen Silstedt, Benzingerode, Minsleben und Schierke mit besonderen Angeboten ihre Pforten – um die neue Jahreszeit einzuläuten, aber auch um wieder einmal zu zeigen, was die Region kulturell alles zu bieten hat. So war das Programm ebenso vielfältig, wie der Frühling bunt ist - von alter Feuerwehrtechnik über eine Arzneimittelausstellung bis zu Handwerkskunst und DDRKleingeräten.

Schon ab zehn Uhr morgens drängten sich die Besucher um die Exponate wie z. B. in der Krellschen Schmiede oder auch im Feuerwehrmuseum. Der Höhepunkt dort, so Museumsleiter Gerald Feldmann, eine Sonderfahrt im Opel " Blitz ". Das blitzeblanke Gefährt von 1939 begeisterte vor allem die Kinder. Dabei sollte es vor Jahren verschrottet werden, wie Feldmann informierte. Ebenfalls gut besucht war die Minslebener Gutsmühle. Das erfreute den 15 Mitglieder zählenden Förderverein. Vorsitzender Hermann Alber kümmerte sich besonders um die Kinder, die Korn mit Hilfe einer Handmühle selbst schroten durften. In Wernigerodes Hirsch-Apotheke wurden die Besucher gar mit köstlichem selbst gemachten Apfelpunsch empfangen, bevor sie in die Geschichte der Arzneimittel-Herstellung eintauchten. Eine Hexe als Empfangsdame sorgte für einen Besucheransturm.

Für die 43 Mitglieder des Fördervereins " Museumshof Ernst Koch " stand die Teilnahme am Museumsfrühling ganz im Zeichen des 15. Geburtstages ihres Vereins. Im Blickpunkt diesmal die neu gestaltete Spinnstube, in der Edith Ahlers den Gästen einiges über das Wirken des Vereins erläuterte.

Zum ersten Mal beim Museumsfrühling dabei war, wie auch Töpferei und Brockenhaus, die Heimatstube in Schierke, wo Besucher mit Zwiebelkuchen begrüßt wurden. Die nostalgischen Exponate, wie der Volksempfänger von 1933, versetzten die Interessierten zurück in Urgroßmutters Zeiten. Auch der Kupperkeller von Hotelchefin Kerstin Nagy in Wernigerode feierte Premiere beim Museumsfrühling. Sie präsentierte eine Ausstellung zur Geschichte des Bierbrauens. Und das mit gutem Grund. " Mein Haus hatte im 18. Jahrhundert eine Bierbraulizenz. " Das sei damals in Gasthäusern üblich gewesen.

Rundum zufrieden mit der Besucherresonanz war am Nachmittag Hauptorganisatorin Silvia Lisowski. " Ich war den ganzen Tag über in den verschiedenen Einrichtungen unterwegs ", so die Chefin des Harzmuseums. " Die Angebote wurden überall super aufgenommen. " Nach der Siegerkür des " Kleingeräte-Wettbewerbs " war die Museumschefin schon wieder auf dem Sprung. " Ich fahre jetzt noch nach Schierke und schaue, was da so los ist. " Übrigens