Auf ein großes Echo bei Gerichtsmedizinern aus ganz Deutschland stieß auch die sechste Auflage der Forensik-Tagung in Blankenburg. Die Fachvorträge und Erfahrungsaustausche sind längst ein Muss für die Experten dieses Wissenschaftszweigs.

Blankenburg ( euh ). Zur jährlichen Forensik-Tagung des Instituts für psychiatrische Begutachtung ( IPB ) des Harz-Klinikums Wernigerode–Blankenburg konnten im Kurhotel " Fürstenhof " wieder zahlreiche Experten begrüßt werden. Die wissenschaftliche Leitung lag wiederum in den Händen von Chefarzt Dr. Wolf-Rainer Krause, die Organisation hatte Oberarzt Dr. Stephan Pecher inne. Die seit Jahren gefragte Tagung war schon lange vor dem Termin ausgebucht.

Nach einem Grußwort von Bürgermeister Hanns-Michael Noll, der auf verschiedene positive Entwicklungen der Stadt im vergangenen Jahr verwies, hielt Dr. Stephan Pecher den Eröffnungsvortrag. Seine Thematik war die Tatortauswertung. Prof. Dr. Dr. Paul Hoff von der Universitätsklinik Zürich referierte anschließend zum Wahn - Psychopathologie und forensischer Bedeutung.

Zum Wahn aus juristischer Sicht nahm Kurt-Rüdiger Maatz vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrungen ausführlich Stellung. Da er auch für die sachsen-anhaltischen Landgerichte zuständig ist, war er ein besonders gefragter Diskussionsredner. Er äußerte sich fast überschwänglich zu Organisation, Inhalt und städtischer Entwicklung in Blankenburg.

Als inzwischen ebenfalls bereits erfahrener Gutachter nahm der Diplompsychologe Dr. Wolfgang Trittschack vom IPB zu Qualitätskriterien der Hirnleistungsdiagnostik Stellung. Zum Abschluss stellten Dr. Wolf-Rainer Krause und Dr. Stephan Pecher Fallbeispiele strittiger Maßregelunterbringungen nach den gesetzlichen Vorschriften des Strafgesetzbuches vor.

Während einer anschließenden Besichtigung der erst kürzlich eröffneten Blankenburger Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie äußerte Prof. Hoff, dass seine Schweizer Klinik mit den jetzigen räumlichen Bedingungen am Thiepark nicht mehr mithalten könne. Andererseits seien natürlich alle ärztlichen Stellen, unter anderem dank des hohen Freizeitwertes und des besseren Gehalts in der Schweiz, komplett besetzt.

Es war dies bereits die sechste Forensik-Tagung in Blankenburg. Die Vorbereitungen für die siebente zu gleicher Zeit am selben Ort im kommenden Jahr sind bereits angelaufen.