Die Belastungsgrenze im Blankenburger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes ( DRK ) ist im vergangenen Jahr nicht nur personell überschritten worden. Auch finanziell zogen die Mitglieder jetzt die Notbremse und fordern vom Kreisverband Wernigerode Geld, das ihnen seit Jahren vorenthalten werde. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, soll der Landesverband eingeschaltet werden.

Blankenburg. Blankenburgs ehrenamtliche DRK-Helfer haben die Nase voll. Sie fordern vom Kreisverband Wernigerode ihnen zustehende Rücklaufgelder aus Mitgliedsbeiträgen. Über die genaue Summe wurden keine Angaben gemacht. Dem Vernehmen nach geht es um mehrere tausend Euro. Die Forderungen der Blankenburger sollen sogar bis ins Jahr 2004 zurückreichen.

Zur Jahreshauptversammlung ermächtigten die Mitglieder den Vorstand des Ortsvereins einstimmig, Rechtsbeistand einzuholen und über die Schiedskommission des Landesverbandes ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. " Wir haben alle Kassenberichte der vergangenen Jahre vorgelegt. Es ist nichts beanstandet worden. Mehr können wir nicht tun ", erklärte Thomas Schröder, stellvertretender Ortsvorsitzender, vor den Mitgliedern. Er sei der Auffassung : " Das Geld muss gezahlt werden. " Dies sei ihm auch von der Rechtsabteilung des Landesverbandes bestätigt worden.

Im Detail geht es um Mitgliedsbeiträge, die abzüglich der Verwaltungskosten eigentlich zu einem bestimmten Prozentsatz über den Kreisverband an die Ortsverbände zurückfließen. Im vergangenen Jahr hätten die Blankenburger lediglich eine " erste Rate " aus dem Jahr 2008 auf ihrem Konto verbuchen können. Um dieses aus ihrer Sicht unsichere Procedere zu umgehen, stimmten die Mitglieder einstimmig einem weiteren Vorschlag des Vorstandes zu. Dieser sieht vor, den Betreuungsvertrag mit dem Kreisverband Wernigerode zu kündigen und direkt einen Vertrag mit der Service GmbH des DRK abzuschließen. " Dann bekommen wir sofort die uns zustehenden Rückläufe und müssen nicht jahrelang auf unser Geld warten ", begründete Schröder. Er erwarte allerdings großen Widerstand aus Wernigerode und " zähe Verhandlungen ". " Aber wir werden diesen steinigen Weg gehen. "

Gerade weil die Arbeit der ehrenamtlichen Rettungssanitäter finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, " schrubbten " sie im vergangenen Jahr so viele Einsätze wie noch nie. " Es war unser erfolgreichstes, aber auch unser beschwerlichstes Jahr ", so Schröder, der allen Aktiven für ihre Einsatzbereitschaft dankte, die an manchen Wochenenden sogar über die Grenzen ging. So unter anderem an Pfingsten, wo vom Hüttenröder Volleyballturnier, über die Flugtage in Ballenstedt bis hin zum Historischen Eisenbahnwochenende gleich mehrere Großveranstaltungen abgesichert wurden. Insgesamt waren die ehrenamtlichen Helfer an 106 Tagen bei 78 Veranstaltungen im Einsatz und leisteten allein dabei 3592 Dienststunden. Bei den 17 angebotenen Blutspenden ( 1250 Helferstunden ) registrierte der Ortsverein einen Rückgang um 100 Spender auf 863. Als Grund wurde die Angst vor der Schweinegrippe vermutet. Immerhin konnten im Vorjahr 58 Erstspender begrüßt werden. In diesem Jahr soll es insgesamt 20 Termine geben.

Aufgrund der zahlreichen Einsätze konnte der Ortsverein die gestiegenen Ausgaben bei Gas, Wasser und Autoreparaturen sowie den Investitionen für eine neue Vakuum-Matratze und drei neue Funkgeräte kompensieren. Schatzmeister Frank Hornung freute sich deshalb mit den Mitgliedern, dass das Jahr mit einem leichten Überschuss abgeschlossen wurde.